Erster Höhepunkt der Schau ist der Raum mit den Exponaten vom 28. Juni 1914: das Automobil der Marke Graef & Stift (Baujahr 1910, 4 Zylinder), in dem Erzherzog Franz Ferdinand mit seiner Frau Sophie durch Sarajevo fuhr, seine blutbefleckte Uniform, die Chaiselongue, auf der er starb, und die Waffe des serbischen Attentäters Gavrilo Princip.

Waffen, Uniformen, Kunst


Gegenstände wie der Marschallstab und das Zigaretten-Etui des österreichischen Generalstabschefs Franz Conrad von Hötzendorf sind da, aber nicht prägend für diese Schau. Vor allem Waffen, Uniformen und Ausrüstungsobjekte säumen den Weg durch die Schauräume mit 35 Vitrinen auf zwei Ebenen. Für die Architektur der Schau, die den größten Umbau des Museums seit Jahrzehnten umfasste, sorgte Checo Sterneck. Drei Viertel der Gesamtkosten, die 3,9 Millionen Euro betragen, trägt das Museum selbst. Dank einer Niveausenkung um 1,8 Meter konnte eine Zwischendecke eingezogen und die Ausstellungsfläche von 1000 auf 1400 Quadratmeter ausgedehnt werden. Fast 2000 Objekte sind zu sehen.

Besonderes Augenmerk verdienen der Prototyp des Doppeldeckers Albatros B II, eines von 5200 Fluggeräten der Habsburger-Monarchie, eine Panzerkuppel aus der umkämpften Festung Przemysl von der Ostfront und eine 38-cm-Haubitze, die 1918 an der Westfront im Einsatz war. Dass diese von den Skoda-Werken in Pilsen hergestellte, damals topmoderne Haubitze (Reichweite: 15 Kilometer, Gesamtgewicht: 81 Tonnen) erhalten blieb, ist vor allem einem vom damaligen Museumsleiter vorgetäuschten Haarriss zu verdanken. Er bewirkte, dass man im Zweiten Weltkrieg den schon gefassten Plan, sie erneut einzusetzen, fallen ließ.

Als künstlerisches Highlight der Bestände des HGM und "Antikriegsbild" von Format hob Ortner das Gemälde "Den Namenlosen 1914" des Osttiroler Malers Albin Egger-Lienz, der zur Kunstgruppe des k.u.k. Kriegspressequartiers gehörte, hervor. Kaum bekannt war lange Zeit, dass auch Egon Schiele mit zwei Porträtskizzen in der HGM-Sammlung vertreten ist.

Wie Museumschef Christian Ortner erklärte, nimmt die Schau über den Ersten Weltkrieg viel Platz, aber nur einen halben der insgesamt vier Flügel des Museums ein. Derzeit sind im HGM Objekte vom späten 16. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts zu sehen. Diesen Zeitraum würde man gerne erweitern, doch das Haus habe wie viele Museen "zu wenig Platz". Mit seinen mehr als 1,1 Millionen Objekten könnte das HGM "noch drei Häuser füllen".