Wer zum Gardasee fährt - an dem heute mehr Österreicher ihre Domizile haben als zu k.u.k Zeiten -, sieht seit 1980 in Arco wieder das historische Denkmal von Erzherzog Albrecht vor seinem (jetzt in Appartements geteilten) Schloss.

In Triest(e) hat Kaiserin Elisabeths Denkmal wieder vor dem alten Südbahnhof seinen Platz gefunden, dasjenige Erzherzog Maximilians an der Riva. "Il Piccolo", Triests größte Tageszeitung, hat 2014 eine Beilage ediert, in der das Leben im Triest der "Grande Guerra" beschrieben wurde - und das, ohne vom "Völkerkerker" zu sprechen, mit dem ehedem die Monarchie perhorresziert wurde. Zu diesem Sinneswandel passt das neue Museum "Diego de Henriquez" in Triest, in einer ehemaligen k.u.k.-Kaserne: eine Privatsammlung zeigt historische, auch nicht-militärische Objekte aus der Zeit des Ersten Weltkriegs, mit emotionslos fachlichen Beschreibungen.

Zum Wechsel des Gedenkens bleibt noch zu erwähnen, dass das "Museo Oberdan" in Triest aus Mangel an Besuchern geschlossen ist. Oberdan war jener Student, der 1882 beim Besuch Franz Josephs ein Attentat verüben wollte und hingerichtet wurde. Eine "Via Oberdan" finden wir aber weiter in jedem italienischen Städtchen.

2015: Neue Wege

Zu der hier apostrophierten "Entkrampfung" der Geschichtsbetrachtung und der nachbarschaftlichen Beziehungen tragen auch die Ausstellungen des Jahres 2014 in Bayern, Österreich und Italien bei und ebenso viele neue Bücher. Herausragend sind das Werk von Manfried Rauchensteiner: "Der Erste Weltkrieg und das Ende der Habsburgermonarchie" und die synoptische Darstellung von Christopher Clark: "Die Schlafwandler", die alle Staatskanzleien Europas in die Schuld am Kriegsausbruch einbezieht. Beide Wissenschafter stellen die politischen, wirtschaftlichen Überlegungen und die "menschliche", psychologische Komponente über das früher dominante rein Militärische.

Dr. Gerhard Stadler, Sektionschef i.R., ist Hobbyhistoriker und Buchautor "auf rot-weiß-roten Spuren". 2015 veranstaltet Railtours Austria unter seiner Leitung Reisen zum Isonzo und nach Südtirol; Informationen unter Tel.Nr. 01 89 930 37 065, Frau Sokolowska.