Arbeitslose Sportroboter

Das juristische Nachspiel dauert hingegen noch an, da Anwälte der nun arbeitslosen Sportroboter bis vor den Weltgerichtshof zogen. Die Para- und Special Olympics sind seit geraumer Zeit nicht mehr für Menschen mit Behinderung geöffnet - weil es aufgrund medizintechnischer Fortschritte und der weltweiten Legalisierung von Eugenik und Stammzellenforschung keine Behinderungen und Krankheiten mehr gibt. Stattdessen gibt es nun eigene Kategorien für Cyborgs, also Menschen mit technologischen Verbesserungen, sowie Lebewesen und Menschenähnliche, die mit Technologie verschmolzen sind. Ein früherer Vorschlag, bei den Special Olympics nur noch Menschen ohne Verbesserungen und Implantate zur Leistungssteigerung antreten zu lassen, wurde abgelehnt.

Die große Frage nach der (sinnvollen) Nutzung der freien Zeit, die Automatisierung, Selbstoptimierung, Algorithmen und menschenähnliche Lebensformen (Humanlike Lifeform, kurz HULF) gebracht haben, erreicht im Jahr 2050 gerade einen neuen Höhepunkt. Was soll man wissen müssen? Wie viel Wert hat Gesellschaft, wenn man doch an der Unsterblichkeit arbeitet? Selbst die klügsten Algorithmen können diese Frage nicht befriedigend beantworten. Man hat sich auch ein bisschen von den Wertungen und Einteilungen der Maschinen distanziert, nachdem die Antwort auf die erste Frage der Menschen an die Maschinen - "Wie können wir der Umweltzerstörung bestmöglich und rasch Einhalt gebieten?" - lautete: "Entfernen Sie alle Menschen von diesem Planeten!"

Es ist also immer noch nicht alles entdeckt und erforscht, es wird immer noch Neues geben. Keine Sorge, es müssen auch 2050 immer noch nicht alle Lebensformen programmieren können - es gibt Programmieren ohnehin in dieser Form gar nicht mehr. Auch lernen nicht, wie einst prophezeit, alle Menschen Chinesisch - weil nämlich erstens Indien das bevölkerungsstärkste Land der Erde geworden ist und zweitens überall Universalübersetzer in Echtzeit grammatikalisch einwandfrei dolmetschen.

Und ja, es gibt auch immer noch Medien. Sie erleben sogar eine neue Blüte, die freie Zeit macht es möglich. Wer die Artikel dann schlussendlich schreibt, ist egal. Schließlich weiß eigentlich niemand so ganz sicher, ob der vorliegende Text nicht auch von einem Roboter verfasst wurde. Wenn er zu viele Fehler enthält und die Prognosen nicht stimmen, dann sicher. Sehr sicher. Denn heutzutage ist die Technik ja noch nicht fehlerfrei.