Millionen auf der Flucht

Die Gemengelage aus Nahrungsmittelknappheit, fehlendem Trinkwasserzugang und gewaltsamen Konflikten wird auch ein wesentlicher Treiber für Flucht und Migration sein. Da vor allem die Ärmsten der Armen kaum über die nötigen Mittel verfügen, um weite Reisen zu finanzieren, wird neben Europa vor allem Afrika selbst davon betroffen sein. So gehen die Autoren einer vor kurzem veröffentlichten Weltbank-Studie davon aus, dass es 2050 allein in Subsahara-Afrika zumindest 30 Millionen Klimaflüchtlinge geben wird, die im eigenen Land oder in Nachbarstaaten Zuflucht suchen werden. Bei einem Hochemissionsszenario und dem damit verbundenen starken Temperaturanstieg von 2 Grad muss sogar mit 86 Millionen Binnenvertriebenen gerechnet werden.

Was die enormen Migrationsströme für das Zusammenleben in Afrikas Dörfern und Städten bedeuten, lässt sich nur schwer abschätzen. Safia Shekadir, die äthiopische Bäuerin, wird die Folgen des Massenexodus aber jedenfalls aus unmittelbarer Nähe miterleben. Denn neben den großen Städten werden auch Regionen wie das östliche Hochland, wo Malaka liegt, zu den primären Zielen der sich abzeichnenden Migrationsbewegungen in Ostafrika gehören.