• vom 29.08.2016, 17:47 Uhr

Alpbach

Update: 29.08.2016, 18:31 Uhr

Forum Alpbach

Herausforderung Integration




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Von WZ Online

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Ermächtigung statt Hilfe ist die gemeinsame Basis der Initiativen und Projekte, die Flüchtlinge als gleichberechtigte Teilnehmer der Gesellschaft verstehen.

Burka-Debatte nicht wichtig

"Wenn Staaten in Sprache und Bildung investieren wollen, würde dies zu einem großen Teil zur Lösung der Integrationsprobleme beitragen", betont Arnon Mantver, Gründer und Vorstandsvorsitzender des "Zentrums für internationale Migration und Integration" in Jerusalem. Nicht entscheidend sei die Debatte um die Burka, sondern Bemühungen, Flüchtlinge möglichst effizient in eine Gesellschaft und den Arbeitsmarkt einzuflechten. Der Prozess von Integration passiere nicht über Nacht, sondern dauere länger als eine Generation zumindest meistens.

Ein zweites Problem spricht Fargues mit Identität an, am Beispiel von Israel, wo auch eine starke Rückwanderung zu beobachten ist. Im Vergleich zu anderen Staaten wie Russland und den USA, wo die Zahl der Rückwanderer sehr gering ist. Hier seien Ansätze erforderlich, die Menschen nicht das Gefühl geben, ihre Heimat und Traditionen komplett durch neue zu ersetzen.

Internationalisierung von Migration

Ein neues Phänomen zeigt sich außerdem mit der Internationalisierung von Migration: Durch immer günstigere Flüge, wandern Menschen aus den Philippinen nach Griechenland, Deutschland, sogar Polen aus und suchen dort Arbeit.

Digitale Integrationslösungen und Verantwortung

Die Firma Mobilearn will Flüchtlinge dabei unterstützen, sich selbst zu integrieren. Partizipation und Selbstständigkeit sind die Eckpfeiler der App, die das Team rund um den Gründer Ernest Radar entwickelt hat.

Mit der App haben Flüchtlinge ein Werkzeug in der Hand, das ihnen nicht "hilft", sondern sie "ermächtigt": in den Bereichen Wohnungs- und Jobsuche, Spracherwerb sowie gesellschaftliche und bürokratische Informationen zu ihrer neuen Heimat.

Eine weitere innovative Integrationsmaßnahme hat Magdas Hotel in Wien im vergangenen Jahr geliefert. Hier arbeiten derzeit 20 Geflüchtete und betreiben ein Hotel: Als Köchinnen, Kellner und Management. Das Startkapital von 1,5 Millionen Euro stellte die Caritas zur Verfügung.

"Arbeit ist der Schlüssel", betont auch Francisco de Paula Coelho. Die Initiativen Magdas Hotel und Mobilearn gäben tolle Vorbilder ab, sagt der Vorsitzende des "European Investment Bank Institute". Aber die Intoleranz gegenüber Flüchtlingen wächst. Jeder neue Impuls und jede positive Handlung im Bildungs- und Arbeitsmarktbereich gibt der Riesenaufgabe Integration neue Motivation, um auch eine große Anzahl von Flüchtlingen in Europa zu bewältigen.





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Forum Alpbach, Integration

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2016-08-29 17:50:52
Letzte Änderung am 2016-08-29 18:31:25




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Reportagen, Interviews und Analysen zum Europäischen Forum Alpbach, wo die "Wiener Zeitung" als Medienpartner vertreten ist. Der Diskurs im Alpendorf steht heuer im Zeichen von "Diversität und Resilienz".


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