• vom 24.08.2018, 17:18 Uhr

Alpbach

Update: 24.08.2018, 17:33 Uhr

EFA 18

Einigung bei europäischer Forschungsförderung "zügig"




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Von Eva Stanzl

  • Horizon Europe: Themen- und Budgetvorschlag steht, nun sind die Mitglieder am Zug.

Heinz Faßmann will zügig die Verhandlungen über Horizon Europe abschließen.

Heinz Faßmann will zügig die Verhandlungen über Horizon Europe abschließen.© apa/Punz Heinz Faßmann will zügig die Verhandlungen über Horizon Europe abschließen.© apa/Punz

Alpbach. Eine Grundsatzeinigung über Horizon Europe, das neunte EU-Rahmenprogramm zur Forschungsförderung, soll während Österreichs Ratspräsidentschaft bis zum Ende des Jahres erzielt werden. "Wir sind ambitioniert und tun, was wir können, um zügig die Verhandlungen abzuschließen", sagte Wissenschaftsminister Heinz Faßmann am Freitag vor Journalisten am Rande der Technologiegespräche in Alpbach. Auch eine budgetäre Einigung sei möglich, erfordere jedoch einen Konsens der 28 Mitgliedsländer und stünde somit nicht unter Österreichs Einfluss.

Das für 2021 bis 2027 ausgelegte Programm soll laut einem Vorschlag der EU-Kommission ein Gesamtbudget von 100 Milliarden Euro haben - also um 23 Milliarden Euro mehr als im derzeit laufenden Programm Horizon 2020 (2014-2020). Ähnlich wie Horizon 2020, soll auch Horizon Europe auf drei Säulen aufbauen. Die erste Säule ist mit 25,8 Milliarden Euro zur Förderung von exzellenter Grundlagenforschung über den Europäischen Forschungsrat dotiert. Säule zwei soll 52,7 Milliarden Euro für "Globale Herausforderungen" bereithalten: Gesundheit, Ernährung, Klimawandel, Verkehr und Transport sowie die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie.


Missionsorientierte Forschung
Säule drei bildet ein neues Förderinstrument im Wert von 13,5 Milliarden Euro: Der Europäische Innovationsrat soll "marktschaffende Innovationen" auf den Weg bringen. Mit den verbliebenen acht Milliarden Euro will die Kommission die Beitrittsländer der Osterweiterung (2004 und 2007) an den EU-Forschungsstandard heranführen.

Weiters bestehe ein Fokus auf "missionsorientierte Forschung", erklärte EU-Forschungskommissar Wolfgang Burtscher. "In Horizon 2020 gibt es eine Vielzahl von Projekten, etwa zur Batterieforschung, die über viele Programmschienen verteilt sind. Wir können nicht sicher sein, ob diese sich zu einem großen Ganzen in der Innovationskette zusammenfügen und uns den Schritt zur Innovationsführerschaft erlauben. Künftig wollen wir in manchen Bereichen eine akkordierte Agenda definieren." Plastikfreie Ozeane, pestizidfreie Landwirtschaft, Krebs als heilbare Krankheit und Demenzforschung zählen zu den Themen, die dieserart konzentriert werden sollen.

Mehr Geld dank Brexit?
In Österreich und im EU-Parlament besteht in manchen Expertenkreisen die Meinung, dass mindestens 160 Milliarden Euro nötig wären, um die genannten Pläne umzusetzen. Burtscher zeigte sich jedoch zufrieden mit dem Budgetvorschlag. "Der Vorschlag ist zukunftsorientiert und pragmatisch", sagte er und verwies auf Diskussionen auf Länderebene über die Höhe der Beitragszahlungen. "Wir dürfen gewisse Realitäten, was erreichbar ist, nicht aus den Augen lassen. Die Frage wird nun auf der Ebene der Mitgliedstaaten behandelt."

Bis März 2019 soll ein Haushaltsvorschlag zum neuen EU-Budget stehen, also kurz vor den EU-Parlamentswahlen im Mai. "Da der Austritt Großbritanniens aus der EU ansteht, will die EU-Kommission ein Zeichen der Handlungsfähigkeit setzen", betonte Burtscher.

Großbritannien hatte bisher den größten Anteil der EU-Forschungsmittel abgerufen. Nach dem Brexit könnte den anderen Ländern mehr bleiben. Jedoch habe Großbritannien den Wunsch geäußert, am Rahmenprogramm assoziiert zu sein. Die Möglichkeiten reichen von der einer Assoziation als Nachbarstaat über einer als Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums bis hin zu einer als wissenschaftlich erfolgreicher Drittstaat. "Wichtig ist, dass die Beitragszahlungen in einem ausgewogenen Verhältnis stehen zu dem, was Großbritannien herausbekommt", sagte Burtscher.




Schlagwörter

EFA 18, Forum Alpbach, Forschung, EU

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-24 17:29:51
Letzte Änderung am 2018-08-24 17:33:13



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