• vom 05.04.2011, 09:33 Uhr

Libyen - Aktuelle Berichte

Update: 05.04.2011, 19:18 Uhr

Libyens Führung bedingt gesprächsbereit

Nicht ohne Gaddafi




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online

  • Bereitschaft zu Reformen, Gaddafi-Rückzug wird aber abgelehnt.
  • Türkei fordert Gaddafi-Rücktritt.
  • Tripolis/Rom/Brüssel. Die libysche Führung hat sich zu Wahlen und Reformen bereiterklärt, lehnt aber einen Rückzug von Machthaber Muammar al-Gaddafi ab. Es könne jedes politische System und jede Veränderung geben, sagte Regierungssprecher Mussa Ibrahim am Montagabend in Tripolis - aber nur mit Gaddafi.
  • Gaddafi-Gegner starten Ölexport

Eine Gaddafi-Unterstützerin zeigt das Bild den libyschen Staatschefs. Libyens Regierung äußert Bereitschaft zu Reformen, diese sollten aber mit Gaddafi über die Bühne gehen.

Eine Gaddafi-Unterstützerin zeigt das Bild den libyschen Staatschefs. Libyens Regierung äußert Bereitschaft zu Reformen, diese sollten aber mit Gaddafi über die Bühne gehen.© Reuters Eine Gaddafi-Unterstützerin zeigt das Bild den libyschen Staatschefs. Libyens Regierung äußert Bereitschaft zu Reformen, diese sollten aber mit Gaddafi über die Bühne gehen.© Reuters

Es könne Wahlen geben. Gaddafi müsse das Land aber dahin führen, betonte Ibrahim. Dieser sei der Garant "für die Einheit des Volkes und der Stämme". Unter dem Druck des NATO-Militäreinsatzes in Libyen hatte Gaddafi zuletzt begonnen, sich international um eine diplomatische Lösung des Konflikts zu bemühen.


In diese Richtung weist auch ein Bericht des US-Senders CNN, demzufolge die jüngste diplomatische Offensive der Führung in Tripolis die Idee verbreiten sollte, dass Gaddafis Sohn Seif al-Islam die Macht von seinem Vater übernimmt. Dies müsse aber "graduell" erfolgen und dem älteren Gaddafi einen "respektablen" Abschied von der Macht gewährleisten. CNN bezog sich auf eine nicht näher genannte Quelle aus dem Umkreis Gaddafis.

Die Türkei hat, Zeitungsberichten zufolge, indes die libysche Regierung aufgefordert, mit einem Rücktritt von Machthaber Gaddafi den Weg für eine Lösung des Konflikts in dem nordafrikanischen Land frei zu machen. Das sei die Botschaft Ankaras für den libyschen Regierungsgesandten Abdelati Laabidi bei Gesprächen am Montag in Ankara gewesen, berichtete die regierungsnahe Zeitung "Sabah" am Dienstag.

Außenminister Ahmet Davutoglu sprach mit dem libyschen Vize-Außenminister Laabidi über einen Waffenstillstand in Libyen und will dieses Thema in den kommenden Tagen mit Vertretern der libyschen Opposition erörtern, die ebenfalls in Ankara erwartet werden. "Wir suchen einen Ausweg", sagte ein hochrangiger türkischer Diplomat auf Anfrage mit Blick auf die Bemühungen um einen Waffenstillstand. "Aber wir sind noch nicht am Ziel." Die Türkei, die sich selbst als regionale Ordnungsmacht sieht, bemüht sich seit Wochen um eine Beilegung des Konflikts in Libyen.

Italien will Übergangsregierung anerkennen

Unterdessen will Italien die Übergangsregierung der Gaddafi-Gegner in Bengasi anerkennen. Damit ist Italien nach Frankreich und dem Golfemirat Katar das dritte Land, das diesen Schritt unternimmt. "Wir haben beschlossen, den Übergangsrat der libyschen Regimegegner auf bilateraler Ebene als einzig legitimen Gesprächspartner in Libyen anzuerkennen", sagte Außenminister Franco Frattini in Rom. Selbst Waffenlieferungen an die Aufständischen seien nicht ausgeschlossen, wenn auch nur "als letzte Lösung". Auch Regierungschef Silvio Berlusconi wandte sich gegen seinen langjährigen Freund Gaddafi. Dieser habe die Kontrolle über das Land verloren. Italien hatte im vergangenen Monat nach Attacken der Gaddafi-Streitkräfte auf die Zivilbevölkerung den bilateralen Freundschaftsvertrag mit Tripolis von 2008 offiziell ausgesetzt.

weiterlesen auf Seite 2 von 2



Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2011-04-05 09:33:00
Letzte Änderung am 2011-04-05 19:18:00


Werbung




Werbung