Washington/Damaskus. In seiner Erklärung zu einem möglichen Militärschlag gegen Syrien sagte US-Präsident Barack Obama am Samstag nach einer Übersetzung der Nachrichtenagentur dpa unter anderem:

"...Nach sorgfältigen Beratungen habe ich entschieden, dass die Vereinigten Staaten militärisch gegen Ziele des syrischen Regimes vorgehen sollten. Dies wäre keine Intervention mit offenem Ende...Der Generalstabschef hat mich informiert, dass wir vorbereitet sind, zu jeglichem Zeitpunkt zuzuschlagen, den wir wählen...Darüber hinaus hat der Generalstabschef darauf hingewiesen, dass unsere Fähigkeit, diese Mission auszuführen, zeitunabhängig ist. Sie wird morgen wirkungsvoll sein, nächste Woche oder in einem Monat. Und ich bin bereit, diesen Befehl zu geben...


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Die Rosengarten-Rede Obamas im Wortlaut auf "Washington Wire" (im Original)
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Aber...ich bin mir auch dessen bewusst, dass ich der Präsident der ältesten konstitutionellen Demokratie der Welt bin. Ich glaube seit langem, dass unsere Macht nicht nur in unserer militärischen Macht wurzelt, sondern auch in dem Beispiel, das wir als Regierung des Volkes, durch das Volk und für das Volk, geben. Und deshalb habe ich eine zweite Entscheidung gefällt: Ich werde die Genehmigung für die Anwendung von Gewalt von den Volksvertreter im Kongress einholen.

Im Laufe der vergangenen Tage haben wir von Kongressmitgliedern gehört, die wünschen, dass ihre Stimme gehört wird. Ich stimme völlig zu...

Viele Leute haben davon abgeraten, diese Entscheidung dem Kongress zu übertragen, und zweifellos waren sie dadurch beeinflusst, was wir in dieser Woche in Großbritannien gesehen haben, als das Parlament unseres engsten Verbündeten eine Resolution mit ähnlichem Ziel abgelehnt hat...Aber wenn ich auch glaube, dass ich die Befugnis habe, diese Militäraktion ohne besondere Genehmigung des Kongresses auszuführen, weiß ich, dass unser Land stärker sein wird, wenn wir diesen Kurs nehmen, und unsere Aktionen werden wirksamer sein. Wir sollten diese Debatte führen, weil diese Fragen zu groß für business as usual sind...

Ich respektiere die Meinung von jenen, die zur Vorsicht aufrufen...Aber hier ist meine Frage an jedes Mitglied des Kongresses und jedes Mitglied der Weltgemeinschaft: Welche Botschaft senden wir aus, wenn ein Diktator hunderte von Kindern...vergasen kann, ohne einen Preis dafür zu bezahlen?

...Wir können unsere Kinder nicht in einer Welt aufziehen, in der wir uns nicht an das halten, was wir sagen, an die Verträge, die wir unterzeichnen, an die Werte, die uns definieren.

...Während ich den Fall dem Kongress vorlegen werde, werde ich diese Botschaft auch der Welt übermitteln. Während die UNO-Ermittler etwas Zeit haben, ihre Ergebnisse vorzulegen, werden wir darauf beharren, dass eine Gräueltat mit chemischen Waffen nicht nur untersucht wird, sondern dass auch etwas dagegen getan wird.

... Wir sind die Vereinigten Staaten von Amerika, und wir können und dürfen nicht die Augen verschließen, wenn so etwas in Damaskus geschieht..."