Damaskus. Der Syrien-Vermittler der UNO und der Arabischen Liga, Lakhdar Brahimi, ist am Mittwoch in Damaskus mit dem syrischen Staatschef Bashar al-Assad zusammengetroffen. Thema war die geplante Syrien-Friedenskonferenz Ende November in Genf. Frieden sei nur dann möglich, wenn die ausländische Unterstützung für die Rebellen ein Ende habe, sagte Assad nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur SANA im Gespräch mit Brahimi. Es müsse Druck auf die Staaten ausgeübt werden, die solche Terrorgruppen unterstützten, fügte er hinzu.

Assad blieb damit bei seiner bereits bekannten Position, viel Bewegung schien nicht in Sicht. Das Treffen zwischen dem Vermittler und Syriens Staatschef dauerte nicht einmal eine Stunde. Brahimi äußerste sich nicht zum Inhalt der Gespräche.

Entscheidung

Am Vortag hatte der Syrien-Gesandte bereits Außenminister Walid al-Muallem getroffen. Dieser zeigte sich grundsätzlich offen zur Teilnahme an Friedensverhandlungen, Voraussetzung sei allerdings, dass diese von Syrern geführt und geleitet würden. Brahimi argumentierte gegenüber der libanesischen Internetseite Al-Nashra in dieselbe Richtung. Nur die Syrer selbst hätten zu entscheiden, welche Rolle Assad künftig spielen werde, sagte er.

Kritik kam jedoch vonseiten der Rebellen. "Brahimi nimmt durch seine Äußerungen Dinge vorweg, die Teil der Verhandlungen sein sollten", sagte Siad Abu Hamdan, ein Mitglied der Syrischen Nationalen Koalition, am Mittwoch dem Nachrichtensender Al-Arabiya. In den vergangenen Tagen hatte Brahimi die Opposition unter anderem mit der Forderung verärgert, der mit dem Assad-Regime verbündete Iran solle an der Konferenz teilnehmen. Der Syrische Nationalrat, eine der größten Gruppierungen innerhalb der Opposition, hatte nach Informationen der Zeitung "Al-Hayat" zuvor bereits Außenminister verschiedener arabischer Staaten gebeten, Brahimi auszuwechseln.

Opposition weiter uneins

Eine Teilnahme der zersplitterten Opposition an der für 23. November angesetzten Friedenskonferenz ist weiterhin unsicher. Die Syrische Nationale Koalition, der Dachverband der gemäßigten Opposition, will in den kommenden Tagen entscheiden, ob sie teilnimmt. 19 islamistische Rebellengruppen haben bereits erklärt, die Gespräche boykottieren zu wollen.

Wie zersplittert die syrische Opposition bereits ist, zeigte sich am Mittwoch einmal mehr in einem Statement der Nationalen Koalition, in dem diese sich klar von radikalen Islamisten distanzierte. "Neben dem Staatsterrorismus des Assad-Regimes terrorisieren jetzt die Banden der Gruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (ISIS) die Bevölkerung", heißt es darin. Die ISIS steht dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahe.