Damaskus. Im syrischen Bürgerkrieg sind schon mehr als 11.000 Kinder und Jugendliche Opfer von Bomben, Granaten und Gewehrsalven geworden. Das geht aus dem Bericht "Stolen Futures. The Hidden Toll of Child Casualties in Syria" hervor, den das politische Forschungsinstitut Oxford Research Group (Link siehe rechts) vorlegte. Drei Viertel der minderjährigen Bürgerkriegsopfer sind demnach  durch die Explosion von Sprengkörpern gestorben, etwas mehr als ein Viertel durch Gewehrkugeln.

Teilweise seien Kinder und Jugendliche in den Kugelhagel rivalisierender Gruppen geraten, 764 seien außerdem gezielt erschossen worden. Dies gelte vor allem für Burschen in der Altersgruppe zwischen 13 und 17 Jahren. 112 Kinder, darunter einige Kleinkinder, seien gefoltert worden.


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Oxford Research Group 
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Die Studie bezog sich vor allem auf Daten aus der syrischen Zivilgesellschaft und von Nichtregierungsorganisationen in dem Land. Es wurden nur Fälle berücksichtigt, in denen die Namen, Todesumstände und eingesetzte Waffen bekannt waren.

Terrorgruppe ISIS kontrolliert Grenzprovinz Idlib

Schlechte Nachrichten kamen am Wochenende auch von syrischen Oppositionellen. Ihren Angaben zufolge kontrolliert die Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (ISIS) inzwischen ein großes Gebiet in der Provinz Idlib, das direkt an der Grenze zur Türkei liegt. Die Terrorgruppe habe in der Ortschaft Atmeh das Gebäude des Generalstabs der Freien Syrischen Armee (FSA) besetzt und mehr als 40 Angehörige einer gemäßigten Islamisten-Brigade gefangen genommen, berichtete ein Dissident. ISIS kontrolliert bereits Teile der Provinzen Al-Rakka, Deir al-Zor und Aleppo.

Islamistische Rebellen eroberten nach Angaben von Aktivisten eines der größten Öl-Felder Syriens. Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter meldete, an der Schlacht um das Öl-Feld Omar seien mehrere Brigaden beteiligt gewesen, darunter auch die Al-Nusra-Front, die von mehreren westlichen Staaten als Terrororganisation eingestuft wird. Die Luftwaffe habe auf die Eroberung des Öl-Feldes in der Provinz Deir al-Zor mit Luftangriffen geantwortet. Die Regierungsmedien berichteten von einem Rebellenangriff auf eine Raffinerie in der Provinz Homs.

Gespräche in Genf

Eine Delegation der Nationalen Syrischen Allianz reiste indes nach Genf, um am Montag Gespräche mit Regierungsvertretern aus Russland und den USA sowie mit UNO-Vermittler Lakhdar Brahimi zu führen. Es geht um die Vorbereitung für die geplanten Syrien-Friedensverhandlungen, an denen auch Vertreter des Regimes von Präsident Bashar al-Assad teilnehmen sollen. Einen Termin für die Verhandlungen gibt es noch nicht.