"Dieser Bericht ist alarmierend für die Tier- und Pflanzenwelt. Die Ergebnisse müssen Regierungen endlich die Augen öffnen", kommentierte Österreichs Greenpeace-Sprecher Lukas Meus.

"Der Report zeigt, dass wir einem ökologischen Kollaps entgegengehen: Es braucht tief greifende Veränderungen", meinte auch Dominik Linhard, Biologe bei Global 2000. In Österreich betreffe dies vor allem die intensive Landwirtschaft und die Verbauung für Siedlungsraum, Industrie und Verkehr. Außerdem gibt es auch hierzulande kaum mehr natürliche Wälder oder wichtige Lebensräume wie Feuchtgebiete", so Linhard. "Es gibt dringenden Handlungsbedarf, wenn wir unseren Kindern und Kindeskindern einen Planeten überlassen wollen, auf dem ein menschenwürdiges Leben möglich ist", betonte weiters Werner Kogler, Bundessprecher der Grünen.

Der Weltrat für Biologische Vielfalt wurde 2012 auf UN-Ebene unter dem Namen Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services mit Sitz in Bonn gegründet.

Wie der Weltklimarat fungiert er als Beratergremium für die Politik und erstellt umfassende Berichte. Derzeit gibt es 132 Mitgliedsländer. Der neue Bericht soll eine Grundlage für die nächste Biodiversitätskonvention 2020 im chinesischen Kunming sein.

Nur 41 Prozent der Europäer wissen, was Biodiversität ist

Trotz der Alarmstimmung gibt es in Europa zum Thema offenbar Informationsdefizite. Einer Eurobarometer-Umfrage zufolge wissen nur vier von zehn Europäern, was Biodiversität bedeutet. Befragt wurden 27.643 Personen aus den 28 EU-Mitgliedsstaaten nach den größten Bedrohungen für Artenvielfalt. Zwar gaben 71 Prozent an, schon einmal von Biodiversität gehört zu haben, aber nur 41 Prozent wussten auch, was der Begriff bedeutet. Österreich liegt exakt im EU-Schnitt.

Sehr gut Bescheid wissen hingegen die Schweden (73 Prozent). Auch die Bulgaren (59) und Luxemburger (58) kennen sich recht gut aus. Am unteren Ende der Skala liegen die Polen (21), Slowaken (20) und Letten (18).