• vom 27.12.2017, 16:26 Uhr

Artenschutz

Update: 16.04.2018, 14:49 Uhr

Artenschutz

Größtes Sterben seit den Dinos




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  • 25.800 Tier- und Pflanzenarten gelten als bedroht. Der WWF listet Verlierer und Gewinner auf.

Die Bestände der Seepferdchenarten in Europa sind um bis zu 30 Prozent zurückgegangen.

Die Bestände der Seepferdchenarten in Europa sind um bis zu 30 Prozent zurückgegangen.© apa/WWF/Zankl Die Bestände der Seepferdchenarten in Europa sind um bis zu 30 Prozent zurückgegangen.© apa/WWF/Zankl

Wien. Für die Zentralafrikanischen Wildelefanten, Koalas und besonders für Seepferdchen, Insekten und Schuppentiere war 2017 ein schlechtes Jahr. Zu den Gewinnern der vergangenen Monate zählen hingegen Meeresschildkröten, der Persische Leopard, die Irawadi-Delfine im Mekong und heimische Seeadler. Diese Reihung geht aus einer vom WWF Österreich am Mittwoch veröffentlichten Bilanz in Sachen Artenschutz hervor.

Die Situation der Waldelefanten sei dramatisch. Laut einer Zählung in Kamerun, der Republik Kongo, der Zentralafrikanischen Republik und Gabun sank deren Zahl in den vergangenen acht Jahren um 66 Prozent auf weniger als 10.000 Tiere. Hauptgrund sei der illegale Elfenbeinhandel und die damit einhergehende Wilderei. Afrikaweit ist die Zahl der Elefanten in den letzten zehn Jahren um mehr als 100.000 Tiere geschrumpft.

Seepferdchen, Koalas und Co.

Die Bestände der Seepferdchenarten Europas sind den Angaben zufolge in den letzten zehn Jahren im Mittelmeer um bis zu 30 Prozent gesunken. Handel und gezielter Fang der beiden Arten im Mittelmeer sind verboten. Seepferdchen landen allerdings als Beifang in Fischernetzen. Außerdem werde ihr Lebensraum durch Überdüngung, Klimawandel und Grundschleppnetze zerstört.

Den Koalas geht es nicht besser. In einigen Regionen Australiens sei deren Bestand seit den 1990er Jahren um 80 Prozent zurückgegangen. Als Ursachen nennt der WWF den Straßen- und Siedlungsbau, Waldrodung und Klimawandel. Mit der Vernichtung ganzer Eukalyptuswälder treibe man die Baumbewohner in die Flucht - und oft in den Tod. Aktuell führt die Internationale Rote Liste der Weltnaturschutzunion IUCN die Koalas daher in der Rubrik "gefährdet".

Insgesamt verbucht die Rote Liste mittlerweile 25.800 Tier- und Pflanzenarten als bedroht. Das sei ein neuer Negativrekord und betreffe fast 30 Prozent aller untersuchten Arten.

Darunter befinden sich auch die Schuppentiere. Laut WWF sind sie die meistgeschmuggelten Säugetiere der Welt. Zwar ist der internationale Handel seit Jahresbeginn verboten. In Afrika und Asien würden aber weiterhin tonnenweise Schuppen und hunderte Pangoline, wie die Tiere auch genannt werden, beschlagnahmt. In den vergangenen 16 Jahren wurden weltweit mehr als 1,1 Millionen Tiere illegal gehandelt.

Aber auch die Gesamtmasse der Insekten hat in Mitteleuropa in den vergangenen drei Jahrzehnten dramatisch abgenommen. Experten sprechen gar von einem Rückgang von mehr als 75 Prozent. Dies sei Folge intensiver Landwirtschaft.

Comeback für Seeadler

Der Seeadler hingegen feiert schon seit geraumer Zeit ein Comeback. Nach seiner Ausrottung aufgrund von Bejagung und Pestizideinsatz war er jahrzehntelang aus unseren Breiten verschwunden. Der mit 230 Zentimetern Flügelspannweite der größte Adler Europas ist in vier Bundesländern mit mittlerweile 30 Paaren vertreten.

Es gibt noch weitere Erfolge: Auch die Zahl der Meeresschildkröten steigt in vielen Gebieten. In Kambodscha wurden gleich neun Kälber des vom Aussterben bedrohten Irawadi-Delfins beobachtet. Artenschutzexperte Georg Scattolin weist auch auf Erfolge beim Schutz des Persischen Leoparden hin. In den Projektregionen beobachtete man nach einem Kämpfen gegen Wilderei und für bessere Vernetzung der Lebensräume wieder Jungtiere.

Nichtsdestotrotz spricht Scattolin vom "größten Artensterben seit dem Ende der Dinosaurier". Wilderei, Lebensraumverlust, Klimawandel und die dauerhafte Übernutzung natürlicher Ressourcen würden die biologische Vielfalt regelrecht vernichten.





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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-12-27 16:29:15
Letzte Änderung am 2018-04-16 14:49:26


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