• vom 25.04.2018, 17:08 Uhr

Artenschutz

Update: 26.04.2018, 09:49 Uhr

Artenschutz

Sind alle Tiere schützenswert?




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Von Eva Stanzl

  • Jede Woche verlängert sich die Liste der vom Aussterben bedrohten Arten, doch Naturschutz ist auch eine Frage des Abwägens.

Wegen ihres bunten Gefieders sind Hellrote Aras begehrte Haustiere, die Nachfrage gefährdet den tropischen Papagei.

Wegen ihres bunten Gefieders sind Hellrote Aras begehrte Haustiere, die Nachfrage gefährdet den tropischen Papagei.© VWPics/universal/getty Wegen ihres bunten Gefieders sind Hellrote Aras begehrte Haustiere, die Nachfrage gefährdet den tropischen Papagei.© VWPics/universal/getty

2017 war ein schlechtes Jahr für Waldelefanten. In den Republiken Kongo und Zentralafrika sank ihre Zahl auf 10.000 Tiere. Auch Koalabären, Seepferdchen, Insekten und Schuppentiere wurden empfindlich weniger, geht aus einer Bilanz des World Wildlife Fund (WWF) zum Artenschutz hervor. Mittlerweile stehen auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion 25.800 Tier- und Pflanzenarten als bedroht. "Wilderei, Klimawandel und die Übernutzung natürlicher Ressourcen vernichten biologische Vielfalt", erklärt WWF-Artenschutzexperte Georg Scattolin. Im Gang sei das "größte Artensterben seit dem Ende der Dinosaurier".

Seit 541 Millionen Jahren lebt auf unserem Planeten eine diverse und komplexe Tierwelt. Zum ersten der fünf Massenaussterben kam es vor 444 Millionen Jahren. Vor 252 Millionen Jahren ging dann die Welt unter: Beim größten Massensterben aller Zeiten kamen 95 Prozent aller marinen Lebensformen und 75 Prozent der Landfauna und sogar Insekten ums Leben. Brände, Hitze- und Dürreperioden, Luftverschmutzung und Bodenversauerung ruinierten die Vegetation, der atmosphärische Sauerstoffgehalt sank. Als Hauptursache für den Zusammenbruch der Ökosysteme gilt ein gigantischer Vulkanausbruch. Vor 66 Millionen Jahren soll schließlich ein Asteroiden-Einschlag auf der Erde das Aussterben der Dinosaurier verursacht haben - was den Aufstieg der Säugetiere erst ermöglichte.


Mammuts und Terrorvögel
Noch vor 10.000 Jahren bevölkerten Mammuts, Terrorvögel, Säbelzahntiger, sieben Meter hohe Faultiere und gepanzerte Gürteltiere von der Größe eines Autos die Erde - heute regiert der Mensch. Er rodet Wälder, pflanzt Getreide an, baut Dörfer, Straßen und Städte. Von den weltweit neun Millionen Arten gehen derzeit jährlich zwischen 11.000 und 58.000 Arten an die Zivilisation verloren, schätzt ein Team um Rodolfo Dirzo von der Universität Stanford im Fachmagazin "Science": Der Mensch dränge die Arten ins Aus. Jedes Jahr kommen neue Flügel-, Kiemen-, und Schuppenträger, Insekten und Säugetiere auf die Rote Liste: Neuzugänge diese Woche sind die australische Mary-River-Schildkröte, die bis zu drei Tage unter Wasser bleibt, und Totholzkäfer-Arten in Europa, wo abgestorbene Bäume wohl doch etwas zu akribisch aus den Wäldern entfernt werden.

Die schiere Listenlänge wirft die Frage auf, ob die Menschheit in der Lage ist, alle gefährdeten Arten zu retten. Können und müssen wir alles Leben schützen? Oder könnten wir manche Lebensformen ihrem Schicksal überlassen? "Sollten manche Arten aussterben dürfen?", titelte jüngst das "New York Times Magazine". Hintergrund des Berichts sind streng gefasste, aber nicht immer umsetzbare Übereinkommen zum Artenschutz und im Speziellen die US-Gesetzeslage.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-04-25 17:12:26
Letzte Änderung am 2018-04-26 09:49:45


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