Wien. Ssollte es rund um das Erstaufnahmezentrum Traiskirchen zu einem Unwetter kommen, könnten Flüchtlinge in mehreren Bussen untergebracht werden. Diese Maßnahme ist angedacht, bestätigte ein Sprecher des Ressorts am Mittwoch einen Bericht im Online-"Standard". Geplant ist aber auch, die benachbarte Sicherheitsakademie sowie Garagen und Speisesäle aufzusperren.

Nur zwei der neun Bundesländer erfüllen derzeit die Quote bei der Unterbringung von Asylwerbern: Während Wien und Niederösterreich weiterhin deutlich mehr Flüchtlinge aufnehmen als mit dem Innenministerium vereinbart (Stichtag 6. Juli), fiel die Steiermark wieder leicht in die roten Zahlen. 1.109 Asylwerber sind derzeit in Zelten untergebracht, 148 in Gebäuden der Polizei.

Schlusslicht in der Statistik des Ministeriums ist das Burgenland, das mit 1.146 Untergebrachten nur auf eine Quote von 83,72 Prozent kommt. Danach folgt Salzburg mit 87,81 Prozent, dann Oberösterreich mit 89,17 Prozent. Kärnten erfüllt die Quote zu 90,31 Prozent. Nicht allzu stark sind die Abweichungen in Tirol (95,93 Prozent) und Vorarlberg (99,05 Prozent). Die Steiermark, die vor etwa einem Monat ihre Quote noch übererfüllt hat, ist auf 99,03 Prozent leicht ins Minus gerutscht.

"Übererfüller" sind nach wie vor Wien und Niederösterreich. In der Bundeshauptstadt sind derzeit 9.260 Asylwerber untergebracht, was einer Quotenerfüllung von 110,38 Prozent entspricht. In Niederösterreich, wo die Erstaufnahmestelle Traiskirchen steht, sind es noch mehr, nämlich 111,19 Prozent. Tatsächlich sind es diese beiden Bundesländer, welche die Versäumnisse der anderen Länder derzeit perfekt ausgleichen: Von den vereinbarten 40.474 Asylwerbern sind mit Stichtag Montag genau 40.474 in den Ländern untergebracht. Abweichung: null Prozent.

In den Notunterkünften des Bundes sind derzeit insgesamt 1.257 (Stichtag 6. Juli) Flüchtlinge untergebracht. So fasst das jüngst errichtete Zeltlager in der Polizeikaserne in Krumpendorf 45 Flüchtlinge, in Eisenstadt sind es 88.

Tirol bringt 100 Flüchtlinge in Kaserne in Vomp unter

Tirol wird in der Fundsbergkaserne in Vomp ab 1. August 100 Flüchtlinge unterbringen. Darauf habe man sich mit Innen- und Verteidigungsministerium sowie der Marktgemeinde geeinigt, hieß es am Mittwoch. Bürgermeister Karl-Josef Schubert (ÖVP) pochte gegenüber der APA auf eine vertragliche Zusicherung, dass nach der Aufnahme der 100 keine weiteren Asylwerber in seiner Gemeinde untergebracht werden.

"Ich habe eine Reihe von Bedingungen gestellt - unter anderem, dass die 100 das oberste Limit sind", erklärte Schubert. Diese Vereinbarung müsse von Landeshauptmann Günther Platter und Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (beide ÖVP) unterzeichnet werden, insistierte Schubert: "Wenn ich sie schriftlich auf dem Tisch liegen habe, dann werden wir in diesen Apfel beißen". Derzeit seien in der rund 4.800 Einwohner zählenden Gemeinde 40 Asylwerber - davon 24 unbegleitete Minderjährige - untergebracht, erklärte der Bürgermeister. Mit den 100 in der Kaserne würde man dann 140 Flüchtlinge beherbergen.

Schubert betonte zudem, dass er abseits der Kaserne 100 Plätze zu Verfügung gestellt hätte, die sich in Bahnhofsnähe befinden. "Außerdem hätte man diese weniger adaptieren müssen", meinte er. Denn immerhin sei die Kaserne mehr auf die Unterbringung von Männern und weniger von Familien ausgerichtet. Eine weitere Bedingung neben der Obergrenze von 100 sei etwa, dass auch über die Nachnutzung der Kaserne gesprochen werde.

Das Land hatte am Mittwoch verkündet, dass mit 31. Juli die letzten Soldaten aus der Kaserne abgezogen werden und dass die Flüchtlinge nach geringfügigen Adaptierungen ab 1. August dort untergebracht werden können. "Mit der Zusage des Bundes, die Maximalbelegung auf 100 Personen zu beschränken, wurde der Grundstein für die positiven Gespräche mit der Gemeinde und die Öffnung der Kaserne gelegt", betonte Platter. Die Kaserne würde Platz für 600 Personen bieten, aber: "Wir dürfen die Gemeinden nicht überfordern", sagte die zuständige Soziallandesrätin Christine Baur (Grüne).

Die Vereinbarung zwischen Bund, Land und Gemeinde gelte vorerst für ein Jahr. Das Land habe die Möglichkeit, den Vertrag um höchstens drei Jahre zu verlängern, hieß es.