• vom 05.11.2015, 11:38 Uhr

Asyl in Österreich

Update: 05.11.2015, 11:43 Uhr

Flüchtlinge

Deutschlands Wirtschaft profitiert von Flüchtlingswelle




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Von WZ Online, APA/Reuters

  • EU-Herbstprognose befasste sich erstmals mit Auswirkungen der Flüchtlingskrise.

Brüssel. Die EU-Herbstprognose der Kommission hat sich erstmals auch mit den budgetären Auswirkungen der Flüchtlingskrise befasst. EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici erklärte bei der Präsentation am Donnerstag, es gebe "erste Eindrücke" zu den Folgen der Migrationsströme. Die Auswirkungen auf das Wirschaftswachstum seien gering, aber das BIP könnte "um 0,2 bis 0,3 Prozent bis 2017 steigen".

Es werde zusätzliche öffentliche Ausgaben durch die Flüchtlingsströme geben, aber auch mehr Arbeitskräfte. Allerdings seien die Auswirkungen nicht für alle Länder gleich. Jedenfalls könnten zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. "Das zeigt, dass man auch Anstrengungen unternehmen sollte, um die Flüchtlinge zu integrieren", so Moscovici.
 
Deutschlands BIP könnte um 0,7 Prozent steigen


Die deutsche Konjunktur wird in den kommenden Jahren nach Berechnungen der EU-Kommission von der Migrationswelle profitieren. So könnte die Wirtschaftsleistung mittelfristig um zusätzlich rund 0,7 Prozent zulegen, wenn die Neuankömmlinge die gleichen Qualifikationen mitbrächten wie die heimische Bevölkerung, teilte die Brüsseler Behörde am Donnerstag mit.

Sollten die Migranten weniger Fähigkeiten aufweisen, sei trotzdem mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 0,5 Prozent im Jahr 2020 zu rechnen.

Grund für die Annahmen der Kommission sind maßgeblich die höhere Zahl an potenziellen Arbeitnehmern und damit an Steuerzahlern, auch wenn die Integration zunächst Kosten verursacht. In diesem Jahr könnte das BIP demnach in beiden Szenarien zusätzlich zwischen 0,1 und 0,2 Prozent wachsen, 2016 dann um 0,3 bis 0,4 Prozent. Allerdings nimmt die Wirtschaftsleistung pro Einwohner wegen der höheren Bevölkerungszahl nach EU-Berechnungen zunächst ab - in diesem Jahr um rund 0,7 Prozent, 2020 dann zwischen 0,3 und 0,6 Prozent.

Eine Million Zuwanderer in Deutschland

Die EU-Experten gehen in ihren Prognosen davon aus, dass in Deutschland in diesem Jahr 700.000 Migranten ankommen, im kommenden Jahr 530.000 und 2017 schließlich 255.000. Offiziell rechnet die deutsche Bundesregierung mit 800.000 Flüchtlingen in diesem Jahr. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel spricht aber bereits von rund einer Million Zuwanderern.

Für die gesamte EU geht die Brüsseler Kommission von relativ geringen konjunkturellen Auswirkungen durch die Flüchtlingskrise aus. Das gelte auch für die Finanzlage von Transitländern wie Italien, Griechenland und Ungarn, da die anfallenden Kosten nur vorübergehend seien.




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Flüchtlinge, Asyl

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Dokument erstellt am 2015-11-05 11:40:32
Letzte Änderung am 2015-11-05 11:43:32


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