Die Zahl der syrischen Bürgerkriegsflüchtlinge in der Türkei ist auf fast zwei Millionen angestiegen. Seit Juni seien mehr als 200.000 Syrer in der Türkei angekommen, sagt eine Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Genf. In den drei Monaten zuvor seien es lediglich 14.000 gewesen.

Mehr als 200.000 seit Jahresbeginn in Ungarn angekommen

In Ungarn sind nach Behördenangaben seit Jahresbeginn mehr als 200.000 Flüchtlinge eingetroffen. Seit dem 1. Jänner seien 200.778 Flüchtlinge ins Land gekommen, teilte die ungarische Polizei am Dienstag mit. Die meisten seien über die Grenze zu Serbien eingereist und seien anschließend nach Westeuropa weitergereist.

Rund 2.000 an serbisch-ungarischer Grenze

Bei Röszke an der ungarisch-serbischen Grenze haben sich am Dienstagvormittag zahlreiche Flüchtlinge versammelt, die Einlass nach Ungarn begehrten, wie dpa-Reporter berichteten. Es handelte sich demnach um rund 2.000 Menschen.

  Sie versammelten sich bei "Horgos 2", einem alten Grenzübergang an der Landstraße nach Röszke, die parallel zur Autobahn verläuft. Die Wartenden waren nach Angaben von Augenzeugen aufgebracht. Ungarns Polizei war mit einem großen Aufgebot präsent.

  Daneben waren nach Angaben der ungarischen Nachrichtenagentur MTI Aufbauarbeiten für einen sogenannten Durchlass-Punkt für Flüchtlinge im Gang. Dort sollen Asylwerber künftig einen Antrag auf internationalen Schutz stellen können und nach erfolgter Registrierung ins Land einreisen dürfen. Reuters berichtete von weiteren in den Grenzzaun eingelassenen Metallcontainern, wo sich einzelne Flüchtlinge anstellten, um einen Asylantrag einzubringen.

  Das Verfahren selbst soll dann binnen weniger Tage abgewickelt werden. Wobei die ungarische Regierung bereits ankündigte, Asylsuchende, die über Serbien eingereist sind, wieder zurückschicken zu wollen. Bearbeitet werden sollen die Verfahren im Landesrichteramt im nahen Szeged. 130 Richter sollen im Sieben-Tage-Rhythmus im Einsatz sein.

  Am Montag hatte nach offiziellen Angaben der ungarischen Polizei noch einmal eine Rekordzahl von 9.380 Flüchtlingen die ungarisch-serbische Grenze überquert, bevor diese die letzte Lücke im Grenzzaun bei Röszke schloss. Um Mitternacht trat dann ein neues Gesetz in Kraft, das illegale Einwanderung mit bis zu drei Jahren Haft bestraft. Wird dabei auch der Stacheldrahtzaun an der Grenze beschädigt - also etwa durchgeschnitten - drohen sogar fünf Jahre Gefängnis. In Österreich gilt illegale Einreise lediglich als Verwaltungsübertretung.