Lampedusa. Rettungseinheiten der italienischen Marine haben südlich von Lampedusa die Leichen von 18 Migranten geborgen, die an Bord eines Schlauchbootes waren. 73 Personen konnten gerettet werden, berichtete die italienische Nachrichtenagentur ANSA.

Das Schiff der italienischen Marine "Sirio" sichtete das in Seenot geratene Schlauchboot vor Lampedusa und eilte den Flüchtlingen zur Hilfe. Im Schlauchboot entdeckten die Helfer 18 männliche Leichen.

Alfano fordert EU-Einsatz
Der italienische Innenminister Angelino Alfano richtete inzwischen erneut einen dringenden Appell an die EU für einen gesamteuropäischen Einsatz im Umgang mit der Flüchtlingswelle. "Die massive Flucht von Menschen vor Krieg und Verfolgung sind nicht nur eine italienische Angelegenheit. Die Migranten wollen nach Europa", sagte Alfano in einem Interview mit der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" am Sonntag.

Seit Oktober garantiere Italien im Rahmen des Kontrollprogramms "Mare Nostrum" die Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer. Das Land könne jedoch nicht länger allein die Last dieser Mission tragen, die neun Millionen Euro im Monat koste. Alfano warnte auch vor der Gefahr, dass sich Terroristen unter den Flüchtlingen befinden, die in Italien eintreffen. "Es ist uns klar, dass Italien der Gefahr des islamistischen Terrorismus ausgeliefert ist. Daher haben wir die Sicherheitsvorkehrungen drastisch gestärkt", so Alfano.