• vom 26.08.2014, 15:33 Uhr

Europas Grenzen

Update: 26.08.2014, 17:26 Uhr

Migration

Flucht in Zahlen: 5 Tage - 4.000 Gerettete - 300 Tote




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Von WZ Online, red, APA, dpa

  • Seit Jahresbeginn sind 1889 Menschen ertrunken - und 98.000 in Italien angekommen.

In weniger als einer Woche sind im Mittelmeer zwischen Libyen und Italien mehr als 300 Bootsflüchtlinge auf der Flucht ertrunken. "Die letzten fünf Tage waren die bisher tödlichsten für Menschen, die auf diese Weise nach Europa übersetzen wollen", sagte eine UNO-Sprecherin am Dienstag in Genf.

Seit Jahresbeginn seien mindestens 1.889 Menschen bei der Überfahrt auf dem Meer umgekommen, 1.600 allein seit Juni, sagte Melissa Fleming vom Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR).

Information

Mare Nostrum

Italien garantiert seit Oktober 2013 im Rahmen des Kontrollprogramms "Mare Nostrum" die Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer. 113.000 Menschen  wurden seit Beginn der Mission im vergangenen Oktober gerettet. 230 Schlepper wurden festgenommen. Das Land könne nicht länger allein die Kosten von monatlich neun Millionen Euro tragen, lautet der Appell der italienischen Regierung. Nun droht eine Einstellung der Mission "Mare Nostrum".


Menschenhändler nutzen Zusammenbruch Libyens

Das bisher schwerste Bootsunglück mit Flüchtlingen habe sich am vergangenen Freitag vor Garibouli östlich von Tripolis ereignet. Dabei seien mindestens 270 Menschen ertrunken. Libyen sei derzeit das Land, von dessen Küste aus die meisten Menschen versuchten, nach Europa zu fliehen.

Menschenschmuggler machten sich den Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung infolge des seit Monaten anhaltenden bewaffneten Konflikts in dem Land zunutze und schickten ihre meist unzulänglichen und überladenen Boote von Libyen aus los.

Renzi verhandelt mit Brüssel

Indes haben in Rom am Dienstag die Gespräche zwischen der Regierung von Matteo Renzi und EU-Experten zum Thema Flüchtlingspolitik begonnen. Diskutiert wird über einen Ausbau der Kompetenzen der Grenzschutzagentur Frontex zur Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer.

Mehr Kompetenzen für Frontex

Italien wolle nicht mehr allein die hohen Kosten für den Einsatz "Mare Nostrum" zur Rettung von Flüchtlingen tragen, die der italienischen Staatskasse neun Millionen Euro im Monat koste, heißt es in Rom. Überprüft werden in Rom die Kosten, die mit einem stärkeren Frontex-Einsatz verbunden wären.

Der politische Beschluss über einen verstärkten Frontex-Einsatz im Mittelmeer sollte bei dem am Mittwoch in Brüssel geplanten Treffen zwischen EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström und dem italienischen Innenminister Angelino Alfano ergriffen werden. Alfano hatte zuletzt wiederholt um Brüssels Hilfe im Umgang mit dem Flüchtlingsnotstand plädiert.

Plan für 10.000 Plätze in Auffanglagern

Innenminister Alfano arbeitet inzwischen an einem Plan, mit dem 10.000 neue Plätze in Auffanglagern für Flüchtlinge entstehen sollen. Jede italienische Region muss laut Alfano einen bestimmten Anteil an Migranten aufnehmen, der den Ressourcen entspricht, die die Region von einem nationalen Fonds für Sozialpolitik kassiert. Den größten Anteil - rund 14 Prozent - übernimmt demnach die Lombardei.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2014-08-26 15:38:54
Letzte Änderung am 2014-08-26 17:26:38


FAQ: Frontex-OP "Triton"


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