Sein erster Handgriff auf der Leiter galt, das ist bemerkenswert, einer kleinen TV-Kamera, die ausgefahren und eingeschaltet wurde, um seinen Abstieg und die ersten Schritte auf dem fremden Boden einzufangen. Und zusammen mit diesen Bildern waren - undeutlich, aber doch - die berühmt gewordenen, zuvor sorgfältig einstudierten Worte zu hören, die an ein Millionenpublikum auf der Erde gerichtet waren: "Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein großer Sprung für die Menschheit."

Was taten die Astronauten auf der Mondoberfläche? Eigentlich nicht viel, denn der Außenaufenthalt dauerte nur zwei Stunden und 31 Minuten. Zwar wurden einige kleinere Messungen vorgenommen und 21,6 Kilo Mondgestein eingesammelt, vor allem aber wurde Öffentlichkeitsarbeit betrieben. Zuallererst wurde eine amerikanische Flagge gehisst, dann begann ein intensives Fotoshooting.

In der Folge entstanden Dutzende Bilder: die Flagge allein, die Flagge mit Astronaut, die Flagge mit Astronaut und Fähre im Hintergrund, vom Boden aus fotografiert, später, vor der Rückfahrt, auch vom Fenster der Fähre aus. Nicht fehlen durfte auch der berühmte Fußabdruck, der bis heute als jener Armstrongs gilt. In Wirklichkeit stammt die markante Spur im Mondsand von Aldrin, das Foto hingegen machte Armstrong.

Der berühmte Fußabdruck im Mondsand stammt nicht von Neil Armstrong, sondern von Buzz Aldrin. - © The NASA Archives
Der berühmte Fußabdruck im Mondsand stammt nicht von Neil Armstrong, sondern von Buzz Aldrin. - © The NASA Archives

Die Astronauten waren bestens auf ihre Fototour auf dem fremden Planeten vorbereitet. Schon seit den frühen 1960er Jahren, als das Apollo-Projekt geplant wurde, wurde auch die fotografische Dokumentation der Mondreise anvisiert. Schon früh begann die Zusammenarbeit mit Hasselblad, dem renommierten schwedischen Hersteller für anspruchsvolle Mittelformatkameras. 1962 reiste die erste Hasselblad in den Weltraum, alle weiteren NASA-Missionen waren mit adaptieren Hasselblad-Modellen ausgestattet, so auch die Crew der Apollo 11, die im Juli 1969 startete. Nach langen Tests und Umbauten wurden die Kameras vom Modell 500 EL speziell für die Schwerelosigkeit, die enormen Temperaturschwankungen und die Widrigkeiten auf der Mondoberfläche (Staub, Strahlungen etc.) eingerichtet.

Als Negativmaterial diente ein großformatiger 70-Millimeter-Film, speziell von Kodak entwickelt, der in einfach zu wechselnden Kassetten transportiert wurde. Um souverän im Umgang mit der Kamera zu werden, fotografierten die Astronauten auch privat zu Hause mit einer baugleichen Hasselblad. Alle Weltraumaufnahmen dieser Jahre weisen die charakteristischen Fadenkreuze auf, die für spätere Distanzmessungen verwendet wurden.

Jeder der Astronauten führte im Außeneinsatz am Mond eine eigene Kamera sowie je drei Negativmagazine zu je 160 Bildern, zwei in Farbe, eines in schwarz-weiß, mit sich. Damit war eine Ausbeute von mehreren hundert Bildern möglich. Und tatsächlich ist das fotografische Material, das im Juli 1969 am Mond entstand, weitaus vielfältiger als oft angenommen. Viele der Bilder sind schlecht zentriert, kein Wunder beim Gebrauch der Kamera. Diese hatten die Astronauten an der Brust hängen (damit sie ihnen nicht in der Schwerelosigkeit davonflog), die Auswahl der Motive erfolgte nicht über einen Sucher, sondern aus dem Gefühl heraus.