Gibt es Leben im All? Und wenn ja, ist es intelligenter als wir? Oder grüner? Das sind so die Fragen, die man sich normalerweise stellt. Und nicht: Können Aliens lauter rülpsen als Menschen? Wie sicher ist mein Föhnschaum vor den Außerirdischen? Und wie sicher meine Katze? Vor solchen Problemen stand die Familie Tanner, der eines Abends ein Raumschiff in die Garage gekracht ist. Darin: das wahrscheinlich flauschigste außerirdische Lebewesen aller Zeiten - also abgesehen von den pelzigen Tribbles in "Raumschiff Enterprise". Gordon Shumway (alias ALF) hieß der mindestens so ungehobelte wie unterhaltsame Gast aus dem All. Er sah aus wie eine Kreuzung aus Cockerspaniel und Ameisenbär und hatte neben einer großen Nase auch einen großen Appetit. Kunststück, bei acht Mägen.

Normalerweise sind Außerirdische in Film und Fernsehen freilich nicht so weit vorn auf der Knuffigkeitsskala. Als optisches Vorbild galt lange und oft das Erscheinungsbild, das jene Fotos verbreiten, die Verschwörungstheorien über das Sperrgebiet Area 51 in Nevada angeheizt haben. Großer Kopf, große Augen und eine schmächtige Figur mit spinnenlangen Fingern. Die B-Movies der 50er wimmeln vor solchen Kreaturen. Gut, manchmal sind die Außerirdischen da auch einfach verkleidete Menschen in seidig-glänzendem Overall mit Ballonhelm wie in "Der Tag an dem die Erde stillstand" (1951), aber das ist wohl auch eine Budgetfrage. Auch Steven Spielberg griff die Area-51-Aufmachung für "Unheimliche Begegnung der dritten Art" auf. Tim Burton schließlich hat die ultimative Parodie auf die typischen Mars-Männchen in seiner schrillen Science-Fiction-Komödie "Mars Attacks" (1996) geschaffen. Mit ihren überdimensionalen Köpfen, die ein so großes Gehirn haben, das es offenkundig aus seiner Fassung quillt, beteuern sie immer wieder, dass sie in Frieden kommen. Was ihnen die gutgläubigen Menschen auch abnehmen - so viel zur Frage: Ist Leben aus dem All intelligenter?

Achtung, Kopfdiebstahl

Meistens jedoch sind die Erdlinge schon gefasst darauf, dass ihnen nichts Gutes von oben blüht. Spätestens dann, wenn einem der Kopf mitsamt Wirbelsäule abhanden gekommen ist, ist das klar. Solche Trophäen sammelt nämlich der Predator aus dem gleichnamigen Film (1987). Der sieht eigentlich aus wie ein übellauniger Rastafari, der zu viel trainiert und sich dann in der Latexabteilung eingekleidet hat. Chillig abhängen will man mit ihm aber eher nicht, weil naja, Kopf abreißen und so. Ungünstig für den Kopfbesitzer ist auch, dass Predatoren über ein Unsichtbarkeitsmodul verfügen. Auch so etwas, was man gerne übersieht: Aliens, die man nicht sieht, müssen deswegen nicht nicht da sein! Das könnte man schon seit "Alarm im Weltall" von 1956 wissen.