Die Redaktion hat Kinder zwischen 5 und 13 Jahren gebeten, uns ihre Vorstellungen vom Weltraum und von möglichem Leben darin zu zeichnen. Darunter Jakob (7), der Spiele, Sport und Musik mag.
Die Redaktion hat Kinder zwischen 5 und 13 Jahren gebeten, uns ihre Vorstellungen vom Weltraum und von möglichem Leben darin zu zeichnen. Darunter Jakob (7), der Spiele, Sport und Musik mag.

Wien. Schrauben, Werkzeug, Treibhaus-Bewässerungsdüsen - und das alles aus künstlichem Mondstaub. Irgendwann, so die Idee, sollen damit Forschungsstationen, ja sogar Siedlungen auf dem Mond gebaut werden. Vielleicht sogar auf dem Mars. Hergestellt wurde das Weltraum-Werkzeug mittels 3D-Drucker in der Wiener Mollardgasse vom heimischen Maschinenbauunternehmen "Lithoz".

Ungefähr 30 bis 50 Bauteile wurden im Rahmen einer Machbarkeitsstudie im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) hergestellt. Die Erzeugnisse und deren Beschaffenheit sollen der fehlenden Witterung und den rauen Bedingungen auf dem Mond standhalten können.

"Die Idee war, direkt Ressourcen aus dem Mond zu verwenden, um Bauteile herzustellen", erklärt Johannes Homa, Geschäftsführer und Mitbegründer von Lithoz. Direkt vom Mond stammen die verwendeten Ressourcen nicht. "Die ESA hat uns ein Mondstaubsimultat geschickt", erzählt Homa. In einer zweiten Phase des Forschungsprojekts, sollen die 3D-Drucker so angepasst und programmiert werden, dass man mit ihnen direkt auf dem Mond mit den dort verfügbaren Ressourcen Bauteile, Werkzeug und Ähnliches herstellen kann.

Wohnen auf dem Mond

Bis die 3D-Drucker tatsächlich auf dem Mond zum Einsatz kommen, wird es wohl noch 20, 30 Jahre dauern. Der Weltraum und unser Sonnensystem als alternativer Wohnraum? Die ESA, aber auch andere Weltraumorganisationen wie die NASA, die russische Roskosmos oder die China National Space Administration forschen seit Jahrzehnten am Bewohnbarmachen des Weltalls.

Irgendwann in nicht gar so naher Zukunft sollen bemannte Forschungsstationen, Urlaubsdestinationen für zahlungsfreudige und abenteuerlustige Touristen oder gar dauerhafte Wohnsiedlungen auf dem Mars, Mond oder im Weltraum entstehen.

In Österreich beschäftigt man sich eher im Kleinen damit. Neben der Firma Lithoz gibt es eine Reihe weiterer, kleiner Betriebe, die Forschungsarbeiten, Tests oder Aufträge für die
großen Weltraumorganisationen erledigen. Im Raumfahrtslabor des Wiener Neustädter Unternehmens Fotec werden zum Beispiel Energiesysteme für Raumfahrtmissionen entwickelt und getestet. Die Weltraumarchitekten von Liquifer forschen an Wohnprojekten für den Weltraum und an Technologien, die wachsenden Städten und Bevölkerungszahlen Rechnung tragen sollen.

Spitze bei Keramik-Druck

"Die ESA war jedenfalls sehr zufrieden mit den Resultaten", sagt Homa. Die Lithoz-Drucker stellen auch Spiegelhalterungen für Satelliten, Mikrowellenfilter für die Satellitenkommunikation und andere kleine, aber notwendige Teilchen für den Flug ins All her.

Das Unternehmen ist mit seinen 60 Mitarbeitern auf das Herstellen von 3D-Druckern spezialisiert. Der Betrieb wurde 2011 gegründet und stellt zirka 15 3D-Drucker für Bauteile aus Keramik her. Unter anderem werden damit Knochenersatzteile und Implantate hergestellt, die exportiert werden und in der Medizin zum Einsatz kommen. "Auf diesem Gebiet sind wir Weltmarktführer", so Homa.