Ein bisschen hat sich Bob Dylan mit seinen Fans gespielt, doch am Freitag war es dann soweit: Auf der offiziellen Website des Literatur-Nobelpreisträgers war die Ankündigung des neuen Doppel-Albums "Rough And Rowdy Ways" groß platziert. Erscheinen wird das Werk sowohl in CD- als auch in Vinylvariante am 19. Juni. Es handelt sich dabei um die erste neue Platte mit Kompositionen des Altmeisters seit 2012. Das neue Album wird zehn Songs beinhalten und ist bereits vorbestellbar.

Am Donnerstag hatte Dylan noch den neuen Song "False Prophet" veröffentlicht und auf Twitter ein schelmisches Zitat hinzugefügt: "What are you lookin' at / There's nothing to see" ("Was schaut ihr, da gibt es nichts zu sehen"). Schon in den Wochen davor ließ die Folk-Ikone mit zwei Songs aufhorchen. Mit "Murder Most Foul" erschien Ende März sein bisher längstes Lied, ganze 16 Minuten und 56 Sekunden dauert das Epos über die Ermordung von John F. Kennedy. Im April folgte dann "I Contain Multitudes".

Im neuesten Song "False Prophets" spielt Dylan mit seinem öffentlichen Ruf. Der einst gerne als Prophet einer ganzen Generation bezeichnete Künstler, hat diese Bezeichnung gehasst, nun dreht er den Spieß um. Wenn schon Prophet, dann zumindest kein falscher: "I ain't no false prophet / I just know what i know"  ("Ich bin kein falscher Prophet / ich weiß was ich weiß") singt er und gibt sich auch als rastlos Suchender zu erkennen: "I search the world over / For the Holy Grail / I sing songs of love / I sing songs of betrayal" ("Ich suche auf der ganzen Welt / nach dem heiligen Gral / ich singe Liebeslieder / ich singe von Betrug").