Wenn differente Versionen bekannter Songs an die Öffentlichkeit gelangen, zeigt sich allzu oft eines: dass es einen guten Grund hatte, sie in den Archiven zu lassen. Dasselbe gilt, mögen sie auch in dokumentarischer Hinsicht interessant sein, für Demoversionen. Bei His Bobness ist das selbstverständlich wieder einmal anders - seine "Bootleg Series" führt vor, wann der Terminus "alternative Version" tatsächlich Sinn macht. Das trifft besonders auf den hier erfassten Zeitraum von 1965 bis 1966 zu, als Dylan, wie es so schön heißt, "Meilensteine kreierte". Nehmen wir als Anschauungsbeispiel etwa "Like A Rolling Stone": Der aufrührende Song, quasi Dylans Eintrittskarte ins Genre Rock, wird hier in mehreren - durchaus ausgereiften - entspannten Versionen zu einem lakonischen Shit-happens-Statement. Das Umkehrbeispiel ist "It Takes A Lot To Laugh, It Takes A Train To Cry", das im "Take 8" mit fast punkiger Hast heruntergebrettert wird. Etliche "Klassiker" wiederum kommen mit veränderten Textstellen. Als Quell der Erkenntnis für Dylanologen unverzichtbar.