• vom 29.03.2017, 18:20 Uhr

Brexit

Update: 29.03.2017, 18:49 Uhr

Brexit

Startschuss zum Brexit - und die Sektkorken knallen




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ-Korrespondent Peter Nonnenmacher

  • "Befreiungstag" für die Brexiteers, Jubel bei den Boulevardmedien - der Brexit ist jetzt offiziell.
  • Pro-Europäer und Linksliberale sehen eine unsichere, düstere Zukunft.



London. Kalt gestellt war der Sekt schon in der Früh. Für Brexiteers war dieser wolkenverhangene Mittwoch der vielbeschworene "Befreiungstag". Boris Johnson konnte, als er aus der Frühsitzung des Kabinetts in No. 10 Downing Street kam, ein breites Grinsen nicht unterdrücken. Seine Kabinetts-Kollegin Andrea Leadsom, eine der prominentesten Brexit-Wortführerinnen, freute sich "ganz besonders" auf diesen Tag.

Nigel Farage strahlte geradezu. Es sei "eine lange Reise" gewesen seit jenen Jahren, in denen die Kampagne für den EU-Austritt "nur ein Minderheitensport" war, sagte der frühere Vorsitzende der Anti-EU-Partei Ukip, noch immer das bekannteste Gesicht der britischen Rechtspopulisten. "Aber hey, jetzt sind wir da, wo wir immer hin wollten." Gefragt, wie er den Tag feiern werde, antwortete er: "Ich geh wohl ins Pub." Einig waren sich alle darin, dass es sich um einen "historischen Tag" handelte. Als solchen stufte ihn auch die Premierministerin ein. Am Abend zuvor hatte Theresa May die Aufkündigung der britischen EU-Mitgliedschaft unterzeichnet.


Zu Mittag am Mittwoch wurde Mays sechsseitiges Schreiben in Brüssel dem EU-Ratspräsidenten Donald Tusk übergeben. Der britische EU-Botschafter Sir Tim Barrow überreichte ihn persönlich. Ein Whitehall-Bote und ein Wachmann hatten das Dokument über Nacht im Eurostar nach Brüssel gebracht.

May meldet erste Wünsche an
Gleichzeitig setzte May in London das Parlament in Kenntnis. Ihre Regierung habe der EU erklärt, "dass wir nun wieder unsere eigenen Entscheidungen fällen und unsere eigenen Gesetze machen werden". London wolle "die Kontrolle übernehmen über all die Dinge, die uns am meisten am Herzen liegen." Der Schritt zähle zu den "großen Wendepunkten der nationalen Geschichte".

"Mit seiner stolzen Geschichte und seiner strahlenden Zukunft", so May weiter, wolle das Vereinigte Königreich nun wieder "eine wahrhaft globale Nation" werden - "ein Land, das unsere Kinder und Kindeskinder stolz Heimat nennen können". Indes mühte sie sich, versöhnliche Töne einfließen zu lassen: Selbstverständlich wolle Großbritannien "der beste Freund und Nachbar unserer europäischen Partner" bleiben. Man wünsche der EU gutes Gelingen, Erfolg und Wohlstand. Vorsichtig meldete sie einen ersten Verhandlungswunsch an: Dass über ein künftiges Handelsabkommen parallel zu den Gesprächen über die Austrittsbedingungen verhandelt werden könne.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-03-29 18:24:08
Letzte ─nderung am 2017-03-29 18:49:01



Münchner Sicherheitskonferenz

Die Zeichen stehen auf Konfrontation

20180215münchen - © APAweb, afp, Thomas Kienzle München. Ernste Mienen zum Auftakt der Münchner Sicherheitskonferenz: Am Freitag treffen sich dutzende Außen- und Verteidigungsminister und selten... weiter




Brexit

Auf dem Weg hinaus

Einen Wettlauf um die günstigsten Steuern soll es nicht geben: Minister Davis versucht, die Sorgen der Europäer zu zerstreuen. - © reu/Bader Wien. Auf dem Weg zwischen Paris, Madrid und Athen liegt Wien. Zumindest für David Davis, den britischen Minister... weiter




Brexit

"Wir werden nie billiger als China sein"

20180220Daivs03 - © APAweb/Roland Schlager Wien. Der britische Brexit-Minister David Davis hat am Dienstag in Wien betont, dass es nach dem EU-Austritt seines Landes keine Verschlechterung bei... weiter




Chef-Verhandler

Davis erklärt in Wien den Brexit

20180220Davis - © APAweb/AFP, Steve Parsons Wien. In nur etwas mehr als 13 Monaten soll Großbritannien die Europäische Union verlassen. Doch auf dem auf vielen Ebenen ausgesprochen komplizierten... weiter




Brexit

Übergangsperiode mit London "noch nicht sicher"

Britain EU - © APAweb / AP, Tim Ireland Brüssel. Ein geordneter Übergang nach dem Brexit ist nach Worten des EU-Chefverhandlers Michel Barnier derzeit noch "nicht gesichert"... weiter




Brexit

EU plant Sanktionsmöglichkeit in der Übergangsphase

Brüssel. Die Europäische Union sieht für die Übergangsphase nach dem EU-Austritt Großbritanniens die Möglichkeit von Sanktionen vor... weiter




Brexit

London schließt Zollunion kategorisch aus

EU-Chefverhandler Barnier (l.), und sein britisches Gegenüber Davis. - © afp/Leal-Olivas London. (ag.) Der Freihandel mit der EU soll mit dem Brexit der Vergangenheit angehören: Die britische Premierministerin Theresa May schließt jede Art... weiter




Brexit

Heikle Bürgerrechte

- © afp/Tallis Peking/London. (da/reuters/dpa) Eigentlich wollte Theresa May eine "goldene Ära und die globale strategische Partnerschaft" einläuten... weiter




Studie

Der Brexit hat fatale Folgen - in jedem Fall

London. Die britische Regierung rechnet offenbar fest mit einem verminderten Wirtschaftswachstum nach dem Austritt aus der EU... weiter





Werbung




Werbung


Werbung