• vom 24.08.2017, 13:20 Uhr

Brexit

Update: 24.08.2017, 18:48 Uhr

Brexit-Folgen

EU-Ausländer kehren Großbritannien den Rücken




  • Artikel
  • Lesenswert (6)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online, APA, dpa

  • Die Netto-Einwanderung sinkt auf niedrigsten Wert seit drei Jahren. Rechte von EU-Bürgern noch unklar.

Brexit-Gegner auf einem Schiff auf der Themse. - © APA, Reuters, Luke MacGregor

Brexit-Gegner auf einem Schiff auf der Themse. © APA, Reuters, Luke MacGregor

London. Die Netto-Einwanderung nach Großbritannien ist deutlich zurückgegangen - vor allem bei den EU-Ausländern. Sie sank demnach binnen eines Jahres bis Ende März bei allen Ausländern um 81.000 auf 246.000. Dies ist der niedrigste Wert seit drei Jahren.

Das geht aus Schätzungen der britischen Statistikbehörde ONS (Office for National Statistics) hervor, die am Donnerstag in London veröffentlicht worden sind. Der starke Rückgang ist demnach insbesondere auf die EU-Ausländer zurückzuführen: 122.000 verließen in zwölf Monaten das Vereinigte Königreich und damit so viel wie seit etwa zehn Jahren nicht mehr. Zugleich ließen sich weniger EU-Bürger als im Vorjahr im Land nieder.

Langfristiger Effekt noch nicht absehbar

Die Zahlen deuten nach Angaben der ONS-Expertin Nicola White darauf hin, dass das Brexit-Referendum für den Rückgang verantwortlich sein könnte. Unklar sei, ob es sich um einen langfristigen Effekt handle. Die Rechte der EU-Bürger nach dem Brexit sind noch weitgehend unklar.

Von den EU-Ausländern haben den Statistiken zufolge insbesondere Bürger aus den EU-8-Staaten dem Vereinigten Königreich den Rücken gekehrt. Dazu zählen die Tschechische Republik, Estland, Ungarn, Litauen, Lettland, Polen, Slowenien und die Slowakei. Sie hatten sich im Jahr 2004 der Staatengemeinschaft angeschlossen.

Bei der Abstimmung über den Austritt aus der Europäischen Union im Juni 2016 spielte das Thema Einwanderung eine große Rolle. London will durch die Scheidung von der EU die ungehinderte Zuwanderung von EU-Ausländern beschränken. Ziel von Premierministerin Theresa May ist es, den Einwanderungsüberschuss - also die Differenz zwischen Einwanderung und Auswanderung - auf unter 100.000 zu drücken.





Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-08-24 13:21:50
Letzte Änderung am 2017-08-24 18:48:37


EU-Vorsitz

Gleichschritt zwischen Rom und Wien in Sachen Migration

Italiens Premier Conte und Kanzler Kurz schreiten die Carabinieri-Ehrenkompanie beim Palazzo Chigi in Rom ab. - © afp/Vincenzo Pinto Rom/Wien. (apa) Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat am Dienstag seine "Tour de capitales" vor dem Gipfeltreffen der EU-Staats- und Regierungschefs... weiter




Brexit

Tusk fasst Brexit-Gipfel im November ins Auge

Brüssel. Die EU-Staats- und Regierungschefs werden in Salzburg über die Möglichkeit eines Brexit-Sondergipfels im November beraten... weiter




Maßnahmen

EU-Kommission bereitet Notgesetze für den harten Brexit vor

20180917brexx - © APAweb/AFP, Daniel Leal-Olivas Wien/Düsseldorf. Die EU-Kommission bereitet sich ganz konkret auf den Notfall eines harten Brexit vor - und zwar im Bereich Finanzmarktregulierung... weiter




Theresa May

"Mein Deal - oder kein Deal"

- © ap/Dunham London. Die britische Premierministerin Theresa May fordert die Brexit-Hardliner in den eigenen Reihen zur Gefolgschaft auf: Ein geregelter Austritt... weiter




Brexit

Mahnende Worte zum Brexit-Deal

US-POLITICS-ECONOMY-IMF - © APAweb / AFP, Andrew Caballero-Reynolds London. Mit der Warnung vor einem ungeordneten EU-Austritt hat die britische Premierministerin Theresa May die Brexit-Hardliner in den eigenen Reihen... weiter




Brexit

Das No-Deal-Gespenst rückt näher

Viele Briten fragen sich, ob der EU-Austritt die richtige Entscheidung war - zumal ein unkontrollierter Exit droht. - © afp/Daniel Leal-Olivas London. Noch lebt die Hoffnung, dass Großbritanniens Austritt aus der EU geordnet erfolgen wird. Um ein für beide Seiten akzeptables Abkommen wird... weiter




Boris Johnson

Hard Brexit, Soft Brexit oder No Deal?

Boris Johnson kann es nicht lassen. - © reuters London. (ast/reu) Bei den britischen Tories tun sich einige Gräben auf: Die Lager für einen weichen, harten oder gar keinen Brexit scheinen... weiter




Brexit

To deal or not to deal?

Brexit-Minister Raab skizzierte die Folgen einer ungeregelten Trennung. - © reu/Peter Nicholls London/Brüssel. (czar/reu) Es ist ein ungeliebtes Szenario. Ein Brexit-Abkommen wäre beiden Seiten denn auch lieber als ein ungeregelter Austritt aus... weiter




Brexit

Regierung will EU-Arbeitnehmer im Land halten

Der Dienstleistungssektor - hier das Londoner Park Plaza Hotel - benötigt die Arbeitnehmer aus der EU. - © Fæ - CC 3.0 Die britische Regierung dürfte auf die Sorgen von Unternehmern reagieren, die eine Abwanderung zahlreicher Arbeitnehmer nach dem endgültigen Brexit... weiter





Werbung




Werbung