• vom 19.07.2018, 17:37 Uhr

Buwog


Vor Gericht

Grasser: "Es muss nicht immer ums Geld gehen"




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Meischberger habe ihn gratis beraten, da dieser auch einen altruistischen Zugang habe, so der Ex-Finanzminister.

- © apa/Helmut Fohringer

© apa/Helmut Fohringer

Wien. (dab) Um das Verhältnis zwischen Karl-Heinz Grasser und Walter Meischberger drehte sich der 46. Verhandlungstag im Buwog-Prozess am Donnerstag. Grasser und Meischberger sollen bei der Buwog-Privatisierung im Jahr 2004 zusammengearbeitet haben, um Schmiergelder zu kassieren. Die beiden Angeklagten bestreiten das.

Grasser war bei der Privatisierung Finanzminister, mit Meischberger war er damals bestens befreundet. Dieser habe ihn politisch-strategisch beraten, sagte Grasser. Umsonst, wie er betont: "Es hat in meiner Zeit im Finanzministerium keine Aufträge an Meischberger gegeben." Das habe er bei allen seinen Vertrauten aus Prinzip so gehandhabt.


"Politik war sein Leben", so Grasser zu Meischbergers Motivation. Meischberger habe auch einen altruistischen Zugang gehabt: "Es muss nicht immer ums Geld gehen, Frau Rat", sagte Grasser zu Richterin Marion Hohenecker.

Ums Geld ging es dann aber in der weiteren Befragung. Sie drehte sich vor allem um ein Bankkonto der Briefkastengesellschaft Mandarin Group in Liechtenstein.

"Sehe keine Vermischung"
Auf dem Konto befanden sich 784.000 Euro, die laut Grasser von seiner Schwiegermutter stammen. Auch Gelder von Meischberger lagen darauf. Es handle sich dabei um einen Teil der Provision, die er bei der Buwog-Privatisierung für seine Beratungen erhalten habe, so Meischberger. Zudem steckte auch der Organisator der Mandarin, Grassers Vermögensberater W., Gelder in das Konto.

Die Anklagebehörde sieht darin eine Vermischung der Gelder, die Grasser belastet. Denn Grasser behauptet, von der Buwog-Provision seines Freundes Meischberger nichts gewusst zu haben.

"Ich sehe darin keine Vermischung", sagte Grasser. W. habe die Gesellschaft gegründet und sei für die Geschäfte zuständig gewesen. Hinsichtlich der einzelnen Transaktionen gebe es "klare Zuordnungen und entsprechende Verträge". Er habe erst durch das Aktenstudium im Strafprozess erfahren, dass auch Meischberger Geld auf dem Konto gehabt habe.

Laut Meischberger hat Grasser ihm seinen Vermögensberater W. vermittelt, dadurch sind beide Summen auf das Konto gelangt. Er könnte den Kontakt zwischen den beiden hergestellt haben, so Grasser. Genau erinnern könne er sich nicht. Die Verhandlung geht am 1. August weiter.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-07-19 17:44:04


Werbung




Werbung