Mehrfach jedoch bestätigt Gridling am Mittwoch, dass Goldgruber die Infos zu den verdeckten Ermittlern haben wollte. Und zwar nicht nur, was deren Einsatzort angeht. "Hat Generalsekretär Goldgruber Sie expressis verbis nach Namen von verdeckten Ermittlern gefragt?", will Hans-Jörg Jenewein von der FPÖ wissen. "Das ist meine Erinnerung", bestätigt Gridling.

Gegenüberstellung soll kommen

Um den Widerspruch der Aussagen aufzuklären, soll es im U-Ausschuss – zum ersten Mal überhaupt – zu einer Gegenüberstellung von Gridling und Goldgruber kommen. Die Verfahrensordnung sehe das vor, so SPÖ-Fraktionschef Jan Krainer nach Gridlings Befragung. Schon am Dienstag hatten Liste Pilz und Neos angekündigt, eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft Wien zu übermitteln, Peter Pilz will Anzeige gegen Goldgruber wegen Amtsmissbrauch einleiten. Beide Parteien sehen Goldgruber vor der Suspendierung.

Ob Anfragen über verdeckte Ermittler öfter vorkommen, will die ÖVP wissen. Das sei äußerst selten, "und so etwas bleibt in Erinnerung", ist sich Gridling sicher. Er gibt aber zu, dass dies in der Vergangenheit, unter einem früheren Innenminister, auch vorgekommen sei. Die Nachfrage, wer denn damals was wissen wollte, will sich Gridling zuerst entschlagen, beantwortet die Frage dann aber doch: "Das war damals Sektionschef Kloibmüller zur Causa Lansky-Aliyev, Genaueres ist mir nicht mehr erinnerlich." Für FPÖ-Fraktionschef Hans-Jörg Jenewein ist das ein weiterer Beweis, dass man sich "langsam aber sicher" anderen Beweisthemen, vor allem dem politischen Geflecht im BMI, widmen wird müssen.

"Menschlich enttäuscht"

Dass seitens des Innenministeriums eine derartige Frage an ihn herangetragen wurde, habe ihn aus zwei Gründen "verwundert", sagt Gridling. Einerseits habe Peter Goldgruber, wie dieser am Dienstag auch ausgesagt habe, nicht wollen, dass das BVT seinerseits über laufende Ermittlungen ans BMI berichte. Er wolle den Anschein von möglicher politischer Vorteilsnahme vermeiden, habe Goldgruber damals wissen lassen. Zudem gebe es im BMI intern eine Präambel, die alle leitenden Funktionsträger im Einflussbereichs des BMI unterschrieben hätten.

Demnach sei die Amtsverschwiegenheit "auch unter Kollegen" zu pflegen, die Unterzeichner verpflichteten sich, die Bestimmungen zu befolgen. Dann aber komme so eine Anfrage, das habe ihn und auch andere Mitarbeiter verwundert. Die Anfrage sei dann über einen Abteilungsleiter an Extremismus-Referatsleiterin Sibylle G. weitergegeben worden, die die Fragen knapp beantwortete und keine Angaben zu den verdeckten Ermittlern angab – nur, dass gegen Burschenschaften allgemein mangels gesetzlicher Grundlage nicht ermittelt werde. Dies betonte auch Gridling am Dienstag nochmals.