Von einem der wichtigsten Belastungszeugen, dem karenzierten Abteilungsleiter Martin W., sei er "menschlich enttäuscht", sagt Gridling. Er habe seinerseits immer ein freundschaftliches Verhältnis zu W. angenommen, sagt Gridling über den Belastungszeugen und Martin W. Er habe dessen Karriere anfangs gefördert. Probleme mit W. habe es aber dennoch oft gegeben: "Es gab mit W. viele Gespräche, weil Herr W. den Dienstweg gerne nicht berichtet hat und direkt ins Kabinett oder zum Generaldirektor gegangen ist", sagt Gridling.

Die Staatsanwaltschaft stellte Gridling, auch in Bezug auf die Aussagen der Belastungszeugen und der möglichen "Fernlöschungen", als "schlecht vorbereitet" dar. Er sei "überrascht" gewesen, nach seiner Einvernahme bei der WKStA den BMI-Kabinettsmitarbeiter Udo Lett im Vorzimmer sitzen zu sehen, sagt Gridling.

Keine Fernlöschungen möglich

Der Extremismus-Referatsleiterin Sibylle G., die bereits vor dem Ausschuss ausgesagt und die ebenfalls schwere Geschütze gegen das Kabinett Kickl und gegen Peter Goldgruber aufgefahren hatte, stärkt Gridling den Rücken. Dass G., deren Büro bisweilen als chaotisch dargestellt wird, viele Akten in ihrem Büro liegen habe, sei normal. "Wer viele Akten bearbeitet hat auch viele Akten bei sich."

Zudem sei nicht nur der interne Bereich, in dem sich Gs Büro befindet, gut elektronisch gesichert, eine Sicherung befinde sich auch an der Bürotüre von G.: "Wenn G. ihre eigene Ordnung hat und das Büro ordnungsgemäß abschließt, sehe ich darin keine Verfehlung."

Gesucht wurden in G.s Büro, zumindest sagten das mehrere an der Durchsuchung beteiligte EGS-Polizisten aus, Mails zwischen ihr und dem ehemaligen Vizedirektor Wolfgang Zöhrer. Gridling dazu: "Zöhrer war bis 2013 G.s unmittelbarer Vorgesetzter. Daher sind Kontakte zwischen ihnen recht wahrscheinlich."

Wie auch schon andere BVT-Mitarbeiter vor dem Ausschuss hält auch Gridling fest, dass keine "Fernlöschungen" von Daten auf BVT-Servern möglich sei und jeder Zugriff streng protokolliert wird. Auch via Fernzugang (VPN zu Hause) würden BVT-Mitarbeiter keine Serverdaten löschen können, möglich sei das nur bei Handys, was im Falle von Verlust des Geräts auch eine wichtige Sicherheitsmaßnahme darstelle. Nach wie vor sei er damit beschäftigt, "in zahlreichen Gesprächen" internationale Partnerdienste von der Vertrauenswürdigkeit des BVT zu überzeugen. Dieses sei sehr wohl stark in Mitleidenschaft gezogen worden.

Am Mittwochnachmittag steht Dominik Fasching, Vizedirektor des BVT, dem Ausschuss Rede und Antwort.