Vor der Weihnachtspause hat der BVT-Untersuchungsausschuss einen  ehemaligen IT-Experten der Korruptionsstaatsanwaltschaft sowie Sektionsleiter Karl Hutter befragt. Ersterer zeigte Gedächtnislücken.

Nikola Knezevic, früherer IT-Experte der Wirtschafts- und , verteidigte vehement die Möglichkeit einer Fernlöschung von Daten und damit den Grund für die kurzfristige Razzia im Verfassungsschutz.

Knezevic war bis September als IT-Experte für die WKStA tätig. Die Fragen der Abgeordneten drehten sich um eine Besprechung von Knezevic mit dem früheren BVT-Datenforensiker Anton H., der in der Causa BVT als Belastungszeuge aufgetreten war. H. warnte dabei vor der Möglichkeit einer "Fernlöschung" von Daten quasi per Knopfdruck.Im U-Ausschuss blieb er zwar später bei seiner Darstellung, räumte allerdings ein, dass er kein IT-Experte sei und dass er sein Wissen teilweise aus Google bezogen habe.

Der Staatsanwaltschaft dienten seine Aussagen jedenfalls als maßgeblicher Grund für die kurzfristige Hausdurchsuchung, die mittlerweile als rechtswidrig beurteilt worden ist.

Besprechung mit oder ohne Schmudermayer?

Bei dem Gespräch mit dem Belastungszeugen sei auch Staatsanwältin Ursula Schmudermayer anwesend gewesen, sagte Knezevic. NEOS-Abgeordnete Stephanie Krisper zeigte sich verwundert, widerspreche dies doch dem bisherigen Kenntnisstand. Knezevic blieb trotz mehrmaliger Nachfrage dabei.

Generell reagierte Knezevic auf die Fragen der Mandatare meist patzig und lieferte sich mit allen Fraktionen bis auf die FPÖ einen Schlagabtausch nach dem anderen. Die Möglichkeit einer Löschung von Daten von außen sei eine "Tatsache", betonte der Techniker. Das funktioniere ja bei jedem Smartphone, wenn man es verliere. "Das ist nichts Neues." Zumindest den Systemadministratoren sei eine Fernlöschung möglich.

Es gehe darum, ob jemand rein theoretisch einen Ordner mit zwei Pdf-Dateien "verschwinden lassen kann" - allein wenn diese Möglichkeit bestehe, müsse man dies bei einer Hausdurchsuchung verhindern, argumentierte Knezevic. Dass im BVT doch jeder Zugriff protokolliert wird, ließ Knezevic nicht gelten: Als Systemadministrator habe man auch die Möglichkeit, die Protokollierung zu ändern oder zu löschen - einer der Beschuldigten sei Domainadministrator gewesen, der alle Rechte habe. "Da kann ich mich auf die Protokollierung nicht verlassen." Ein Experte des BVT hatte am Mittwoch im U-Ausschuss erklärt, dass die Manipulation des Protokolls unrealistisch sei, weil es Monate dauern und enorme Ressourcen brauchen würde.