Die bloße Information, dass etwas gelöscht wurde, sei zudem wertlos, befand Knezevic jedenfalls. Auch den Einwand der ÖVP-Abgeordneten Tanja Graf, dass es im BVT Back-ups gebe, wischte er vom Tisch. Er bezweifle, dass es von allen Rechnern Back-ups gebe. Er habe H. danach gefragt, aber der habe es nicht gewusst - und eine Frage, auf die er "keine Antwort" bekomme, brauche er auch nicht in seinem Besprechungsprotokoll vermerken, befand er zum Unmut mehrerer Abgeordneter.

Auch dass Zeuge H. selbst sagt, dass er kein IT-Experte sei, stört Knezevic nicht: Ihm sei es um die Hauptinformation von H. gegangen, wer Systemadministrator im BVT sei - darunter eben einer der Beschuldigten. Die Namen dieser Berechtigten hat er allerdings nicht aufgeschrieben, wie er auf Befragen des erstaunten SPÖ-Fraktionsführers Kai Jan Krainer einräumte.

Welche konkreten Beweisstücke bei der Razzia gesucht wurden, sei in der Hausdurchsuchungs-Anordnung gestanden - welche das waren, konnte Knezevic im Ausschuss aber nicht mehr sagen. Seine Frage bei der Hausdurchsuchung, ob noch irgendwo Daten des Rechtsanwalts Gabriel Lansky gespeichert seien, sei verneint worden. Den kolportierten Plan, die ganze Serverlandschaft im BVT abzubauen, dementierte Knezevic: "Das wäre meiner Meinung nach auch völlig hirnrissig."

Der IT-Experte führte jedenfalls auch eine Grobsichtung der beschlagnahmten Datenträger durch. Wenn man zum Beispiel nur Urlaubsfotos finde, entscheide die Staatsanwältin, ob man die Datenträger sofort zurückgibt.

Karl Hutter: Suspendierungen waren zulässig

Am Vormittag betonte der Leiter der Präsidialsektion im Innenministerium Karl Hutter, dass die Suspendierungen in der Causa aus fachlicher Sicht "notwendig und zulässig" gewesen seien. In der Frage von Generaldirektorin Michaela Kardeis an Extremismus-Referatsleiterin Sibylle G., ob diese nicht in Pension gehen wolle, wollte er kein Mobbing erkennen.

Hutter, der als zweithöchster Beamter des Innenministeriums seit Juni offiziell der Präsidialsektion im Innenministerium vorsteht, führte die Geschäfte in der Sektion bereits seit März. Davor war er jahrelang stellvertretender Leiter der Abteilung. Als Beamter war er mit den vorläufigen Suspendierungen von BVT-Mitarbeitern betraut. Er glaube schon, dass diese "notwendig und zulässig" gewesen waren, sagte er im U-Ausschuss, auch wenn das Bundesverwaltungsgericht diese dann später wieder aufhob. Denn man habe damals aufgrund des vorliegenden Aktenbestandes suspendieren müssen - aus Sicherheitsgründen, wie Hutter betonte.

Der Sektionsleiter räumte ein, er habe sehr wohl Bedenken gehabt, ob die vorläufigen Suspendierungen vor der Disziplinarkommission halten werden. Er hätte lieber die Akteneinsicht durch die Staatsanwaltschaft abgewartet, diese sei aber nicht gewährt worden. Die vorläufigen Suspendierungen hielten aber dann vor der Disziplinarkommission, betonte er.