• vom 13.05.2018, 13:57 Uhr

Cannes

Update: 13.05.2018, 14:00 Uhr

Gespräch

"Nacktszenen sind unglaublich schwierig"




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Von Matthias Greuling

  • Schauspielerin Stacy Martin über #metoo, Lars von Trier und Nacktheit vor der Kamera.

"Man hat das Gefühl, das sich nachhaltig etwas verändert", so Stacy Martin, die auch persönlich von einem #metoo-Problem betroffen war: Für Ridley Scotts "All the Money in the World" mussten all jene Szenen nachgedreht werden, in denen Kevin Spacey spielte, nachdem dieser wegen sexueller Übergriffe in Ungnade gefallen war und Scott den Nachdreh wollte.

"Man hat das Gefühl, das sich nachhaltig etwas verändert", so Stacy Martin, die auch persönlich von einem #metoo-Problem betroffen war: Für Ridley Scotts "All the Money in the World" mussten all jene Szenen nachgedreht werden, in denen Kevin Spacey spielte, nachdem dieser wegen sexueller Übergriffe in Ungnade gefallen war und Scott den Nachdreh wollte.© Foto: Katharina Sartena "Man hat das Gefühl, das sich nachhaltig etwas verändert", so Stacy Martin, die auch persönlich von einem #metoo-Problem betroffen war: Für Ridley Scotts "All the Money in the World" mussten all jene Szenen nachgedreht werden, in denen Kevin Spacey spielte, nachdem dieser wegen sexueller Übergriffe in Ungnade gefallen war und Scott den Nachdreh wollte.© Foto: Katharina Sartena

An der Croisette wird es für die junge britisch-französische Schauspielerin Stacy Martin heuer ein Wiedersehen der besonderen Art geben. Martin, die durch Lars von Triers "Nymphomaniac" (2013) bekannt wurde, wird den dänischen Regisseur in Cannes treffen, der hier seinen neuen Film zeigen wird. "Wir waren seit den Dreharbeiten immer in Kontakt, aber das ist unser erstes Treffen", verrät Martin im Gespräch. "Lars lebt in einer sehr komplexen Gedankenwelt und ist ein ungemein faszinierender Mensch. Von ihm habe ich gelernt, wie man mit Körperlichkeit vor der Kamera umgeht".

Das war auch nötig, immerhin war Stacy Martin in "Nymphomaniac" in Dutzenden expliziten Sexszenen zu sehen. Und das sei für Schauspieler alles andere als angenehm. "Viele Leute denken, gerade Frauen hätten kein Problem, sich vor der Kamera auszuziehen, Männer hingegen schon. Dabei ist das völlig absurd. Für Frauen ist es genauso schwierig, wenn nicht schwieriger, alles von sich zu zeigen und nackt zu drehen. Das verlangt einhundertprozentiges Vertrauen in den Regisseur".
Mit "Treat Me Like Fire" ist Martin in diesem Jahr in der Cannes-Reihe "Quinzaine des réalisateurs" vertreten, in dem sie eine nicht minder freizügige Rolle spielt.

Für den Film schlüpfte Martin in die Rolle einer Femme Fatale am Spieltisch im Casino, der Film mixt Einflüsse von Nicholas Ray, David Lynch und Martin Scorsese zu einem dichten Drama, das auch Anleihen beim Film noir nimmt.

Inszeniert hat das Gambler-Drama die Erstlingsregisseurin Marie Monge. "Es verändert sich etwas in der Filmindustrie", findet Martin. Die #metoo-Debatte trage erste Früchte, Filme von Frauen würden nun viel häufiger auf Festival gezeigt, und auch der Umgang mit Frauen am Set habe sich verbessert. "Im Fall von ‚Treat Me Like Fire‘ hat Regisseurin Marie Monge alles dafür getan, ein möglichst ausgewogenes Team aus gleich viel Frauen und Männern zusammenzustellen", erzählt Stacy Martin. "Das ist noch immer nicht selbstverständlich".

Aber der Anstoß sei gemacht, und die Frauenproteste am roten Teppich von Cannes in den vergangenen Tagen zeigten Wirkung. "Man hat das Gefühl, das sich nachhaltig etwas verändert", so Stacy Martin, die auch persönlich von einem #metoo-Problem betroffen war: Für Ridley Scotts "All the Money in the World" mussten all jene Szenen nachgedreht werden, in denen Kevin Spacey spielte, nachdem dieser wegen sexueller Übergriffe in Ungnade gefallen war und Scott den Nachdreh wollte. "Innerhalb von nur zwei Tagen drehten wir alles neu, es war ein Wahnsinn", erinnert sich Stacey Martin. "Es ist ganz schön schräg, mitzuerleben, welche Kreise diese Bewegung inzwischen zieht".





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-05-13 13:58:48
Letzte Änderung am 2018-05-13 14:00:51


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