• vom 10.11.2018, 08:00 Uhr

Comics & Mangas


Mickey Mouse

Die Maus ohne Eigenschaften




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Von Christina Böck

  • 90 Jahre Leben in Maus und Braus: Der berühmteste Nager der Comicgeschichte feiert runden Geburtstag.

Herr Maus wird 90, und der Egmont/Ehapa-Verlag feiert den rüstigen Jubilar mit allerlei Magazintiteln - mehr auf https://www.egmont.de

Herr Maus wird 90, und der Egmont/Ehapa-Verlag feiert den rüstigen Jubilar mit allerlei Magazintiteln - mehr auf https://www.egmont.de© Disney 2018 Herr Maus wird 90, und der Egmont/Ehapa-Verlag feiert den rüstigen Jubilar mit allerlei Magazintiteln - mehr auf https://www.egmont.de© Disney 2018

Es ist nicht so einfach. Obwohl, eigentlich ist es sehr einfach. Das größte Problem der Micky Maus ist, dass sie keine Ente ist. Denn die ersprießlichen Er zeugnisse aus dem Disney-Universum sind ja wohl zweifellos die Erpel aus dem Hause Duck - vom fantastilliardenschweren Dagobert bis zum miserengeplagten Donald. Sie hatten das Glück, einer Charakter-Politur durch den genialen Carl Barks unterzogen zu werden. Ein solcher Patron fehlte der Maus. Nicht ohne Grund erschien im Comic "Mad" einmal eine
böse Parodie, in der eine unrasierte Micky Maus marodiert und Donald Duck einsperrt, weil sie ihm die Popularität neidet. So viel Kantigkeit würde sich der belesene Bildgeschichtenkonsument tatsächlich wünschen. Allein, das verträgt sich nicht mit dem Erbe von Micky, der Maus ohne Eigenschaften - die für die familientaugliche Reinheit des Unterhaltungskonzerns steht, den Walt Disney genau in diesem Sinne gegründet hat.

Und weißer Handschuh aufs Herz: Wäre Micky Maus so ein Outlaw, wie es sich das Feuilleton und die Popkultur-Intelligenzija herbeisehnen, dann hätte sie nicht diese gigantische Karriere hingelegt. Denn berühmter als die Enten-Gang ist sie allemal. Sehr viel berühmter. Die Maus muss noch nicht einmal als Maus auftreten. Es reicht schon, wenn drei Kreise in der richtigen Anordnung aufscheinen - ein großer, zwei kleine als Kopf mit zwei Ohren, die einer echten Maus übrigens trefflich hinderlich wären, außer sie wäre bei irgendeinem tierischen Geheimdienst als Lauschangreifer eingestellt.


Als Hase wäre das
nie passiert

Man muss - wie auf dieser Seite - den Mäusekopfschatten gar nicht sehen, um ihn vor sich zu haben. Die drei Kreise sind eine Marke geworden, die auf der ganzen Welt von Jung und Alt sofort erkannt wird. Das überaus simple Emblem wird selbst der noch zuordnen können, dem ein angebissener Apfel oder ein gelbgolden geschwungenes M nichts sagt. Eine kuriose Wirkung des Symbols ist dabei, dass es nicht nur den Markt bedient, sondern auch deutlich Archaischeres. Warum sonst schlucken selbst abgebrühte Donaldisten und Hardcore-Dagobert-Kapitalisten einen hochnotpeinlichen Knödel im Hals, wenn sie in Disneyworld unter einem Feuerwerk stehen, das in eben jenen drei ikonischen Kreisen aus buntem Schießpulver gipfelt.

Dieses Spektakel wäre zum Beispiel gar nicht so einfach gewesen, wäre die Maus ein Hase geblieben. Das sollte nämlich ursprünglich Walt Disneys Markenzeichen für sein Studio werden. Oswald hieß das Langohr, und es bescherte Disney eine Niederlage, die ihm nie wieder zustoßen sollte. Er hatte die Markenrechte nämlich seinen Finanziers überlassen müssen. Bei Markenrechten verstand Disney danach - bis heute - keinen Spaß.

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-11-09 17:22:15
Letzte Änderung am 2018-11-09 18:28:39



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