Bei aller frustrierenden und so offensichtlichen Unveränderlichkeit der Gegebenheiten für die afroamerikanische Gesellschaft ist "Zwischen mir und der Welt" doch ein Versuch, die Forderungen der schwarzen Bürgerrechtsbewegung ins Heute zu übersetzen. Er fällt recht unversöhnlich aus, vor allem auch, weil Coates die Demütigung der Schwarzen durch die Versklavung als alles Erhabene vernichtende in die DNA seines Volkes quasi Eingeschriebene diagnostiziert. Der Reichtum und die Macht der USA sei ein beständiges Mahnmal für alle Afroamerikaner, das nicht vergessen lässt, wie sich dieses Land an seiner schwarzen Bevölkerung bereichert habe, wie es durch die Ausbeutung von schwarzen Körpern und deren Gratisarbeitskraft seinen Aufstieg ermöglicht hat.

Gerade vor dem Hintergrund seiner Anklageschrift ist seine Wiederbelebung des ersten schwarzen Superhelden ein starkes Symbol für jene heutige Generation, die wieder einmal Transparente mit der Aufschrift "Black Lives Matter" schwenkt. In den USA ist erst die Verankerung in der Popkultur - selbst wenn sie schleichend wie ein Panther daherkommt -ein Zeichen für das Ankommen eines Themas in der Gesellschaft. Auch wenn sich der Comic nur sehr am Rande mit der Rassendebatte beschäftigen wird, so ist allein die Anwesenheit eines königlichen Weltenretters aus Afrika schon ein ermutigendes und versöhnliches Zeichen. So ist auf den dritten Blick der Intellektuelle als Comiczeichner gar keine so abwegige Idee. Überhaupt, wenn der seit frühester Jugend Spider-Man-Fan ist und sagt: "In meinem Herzen bin ich eigentlich ein Comic-Autor!"

Ta-Nehisi Coates: "Zwischen mir und der Welt" (Hanser)

Ta-Nehisi Coates, Brian Stelfreeze: "Black Panther" (Marvel)