Paris. Die beiden Macher des neuen "Asterix" sehen in ihrem Comic überraschende Parallelen zur aktuellen Lage in Katalonien. Autor Jean-Yves Ferri und Zeichner Didier Conrad sagten der Nachrichtenagentur ihr neues Buch "Asterix in Italien" sei ungewollt "ein Gleichnis über die europäische Einigung" geworden sowie über die aktuellen Zerfallserscheinungen in Europa.

In dem Band geht es um ein Pferderennen zwischen verschiedenen Völkern der antiken Welt, das Julius Cäsar ausrichten lässt. "Die Frage, ob man sich in diesem Wettbewerb solidarisch verhält oder nicht, ob man Gewalt gegen die Gegner ausübt oder das ablehnt, das erinnert mich an die Situation in den verschiedenen Regionen, die nach Autonomie streben, insbesondere in Katalonien", sagt Ferri. Das sei allerdings nicht seine Absicht gewesen, als er vor zwei Jahren mit den Planungen für die neue Geschichte begann, betont der Autor.

Zeichner Conrad ergänzt, es gehe in der Geschichte um eine Zentralregierung, die ihre Macht durchsetzen wolle. "Im übertragenen Sinn kann das auch Brüssel sein oder Washington, oder auch eine andere Hegemonialmacht." Denn Julius Cäsar gehe es nicht um einen fairen Wettstreit zwischen den Völkern, sondern allein um den Sieg des römischen Teams. Allerdings habe er die Rechnung wieder einmal ohne die unbeugsamen Gallier gemacht. Der neue "Asterix" kommt am 19. Oktober europaweit in die Buchhandlungen.