• vom 10.02.2018, 13:00 Uhr

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Ingenieur trifft Fantastilliardär




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Von Manfred Rebhandl

  • Der Amerikaner Don Rosa ist nicht nur als Dagobert-Duck-Zeichner ein Meister seines Fachs. Er wird auch als erfindungsreicher Erzähler geschätzt.

Im Ruhestand gerne mit dem Oldtimer unterwegs: Don Rosa.

Im Ruhestand gerne mit dem Oldtimer unterwegs: Don Rosa.© Lois Lammerhuber/Edition Lammerhuber Im Ruhestand gerne mit dem Oldtimer unterwegs: Don Rosa.© Lois Lammerhuber/Edition Lammerhuber

Der eine lebt in Entenhausen und heißt Dagobert Duck oder Onkel Dagobert oder Bertel im Deutschen, und im amerikanischen Original Scrooge McDuck oder Uncle $crooge (Kosename Scroogey). Disney-Zeichner Carl Barks, der etwa auch von Manfred Deix oder Gottfried Helnwein abgöttisch verehrt wird und dessen Arbeit der Egmont-Verlag seit 50 Nummern mit eigenen Carl-Barks-Ausgaben ehrt, führte ihn 1947 ins Familiengeflecht der Ducks in Entenhausen ein. In seiner Geschichte "Christmas On Bear Mountain" tritt seine Figur zum ersten Mal auf, Dagoberts erste Worte lauteten: "Here I sit in this big lonely dump, waiting for Christmas to pass! Bah! That silly season when everybody loves every-body else! A Curse on it!". Sympathischer, griesgrämiger Typ, auch wenn er natürlich ein Kapitalist alter Schule ist: "I made my money by being tougher than the toughies, and smarter than the smarties! And I made it square!" Also alles ehrlich erworbene Taler, anders als bei den heutigen Kapitalisten.



Zunächst wusste Barks scheinbar nicht wirklich, was er mit Dagobert anfangen sollte. Ab den 1950er Jahren baute er ihn dann aber immer häufiger in seine Geschichten ein. In "Only A Poor Old Man" machte er ihn erstmals zur Hauptfigur und gab ihm ab 1953 eine eigene Heftreihe. Barks’ Verdienste um Bertel sind also unbestritten, und doch gilt ein anderer Disney-Zeichner als größerer Experte für den geizigen alten Mann. Sein Name ist Don Rosa.

Information

Alex Jakubowski/ Lois Lammerhuber
I Still Get Chills. Don Rosas erstaunliches Leben und Werk
Edition Lammerhuber, Baden 2017,
295 Seiten, 49,90 Euro.

Manfred Rebhandl, geb. 1966 im oberösterreichischen Roßleithen, lebt in Wien. Er schreibt Krimis um den Superschnüffler Rock Rockenschaub und Reportagen für Zeitungen.

"Wenn Carl Barks Gott ist, dann ist Don Rosa unser Erlöser", heißt es unter Entenfans. Denn nach Barks’ Karriereende 1967 wurde dessen Erbe zunächst nur von weniger talentierten Zeichnern verwaltet, und auch der Disney-Konzern selbst, dem die Figuren ja gehören, kümmerte sich nicht so richtig darum. Bis eben Keno Don Hugo Rosa kam, der 1951 als Sohn eines Italieners und einer Deutsch-Irin in Louisville, Kentucky, geboren wurde. Sein dritter Vorname Keno wurde ihm erst Jahre später auf Betreiben seines wohlhabenden Großvaters gegeben, der in Louisville mit der Keno Rosa Company eine gut gehende Baufirma betrieb. Bevor Don selbst ins Unternehmen einstieg, studierte er Tiefbau. Später übernahm er die Firma, aber als er sich ganz dem Zeichnen widmete, löste er sie auf. Der zusätzliche Vorname Keno ist wichtig, denn in jede seiner insgesamt 87 Geschichten, die er als Zeichner und Autor verantworten sollte, baute er, gut versteckt im Titelblatt, die Widmung "D.U.C.K." ein. Sie steht für "Dedicated to Uncle Carl from Keno". Der alte Disney ließ seine Zeichner die Werke nämlich nicht signieren.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-02-09 14:23:19
Letzte Änderung am 2018-02-09 15:34:10



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