• vom 03.04.2018, 16:25 Uhr

Comics & Mangas

Update: 04.04.2018, 15:25 Uhr

Austrian Super Heroes

Comic ist nicht gleich Komik




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Von Viktoria Klimpfinger

  • Im Vergleich zur rein textbasierten Literatur hinkt das Image des Comics als ernstzunehmendes Genre noch immer etwas hinterher - völlig zu Unrecht.

Im Rabenhof vollziehen die "Austrian Super Heros" auf der Basis einer Comic-Inszenierung einen Zwischenschritt zwischen Theater und Kino. - © ASH/Dominique Wiesbauer/Rabenhof

Im Rabenhof vollziehen die "Austrian Super Heros" auf der Basis einer Comic-Inszenierung einen Zwischenschritt zwischen Theater und Kino. © ASH/Dominique Wiesbauer/Rabenhof

Comic kann mehr als die "Lustigen Taschenbücher"! Das ist seit Jahrzehnten der bemühte Kampfschrei der Szene. Doch während das Comic-Genre sich händeringend um eine Image-Politur bemüht, driften viele Szene-Unkundige allein beim Schlagwort Comic immer noch nostalgisch-grinsend nach Entenhausen ab. Ein Münzenbad mit Dagobert, ein Logopäden-Besuch mit Donald, das wäre... Halt! So schnell darf der Comic diesmal nicht zurück in die Schublade mit den humorigen Kindheitserinnerungen. Da würde man aktuell einiges verpassen.

Heikle Themen erobern die Comic-Welt

Geht es um die Ernsthaftigkeit der Comic-Literatur, kommt man natürlich nicht am immer wieder diskutierten Begriff der Graphic Novel vorbei. Innerhalb der Szene ist man da beständig gespalten: Ist es wirklich nötig, ein Sub-Genre als tiefsinnigen, nachdenklichen kleinen Bruder des Otto-Normal-Comics abzugrenzen? Oder ist es doch nur reiner Marketing-Gag? Egal wie die Antwort lauten mag: Die Diskussion allein belegt, dass der Comic Tiefgründiges, Literarisches wie etwa die Pulitzerpreis-prämierte "Maus" von Art Spiegelman nicht nur zufällig im Angebot hat.

Besonders das Literarische ist seit Jahren Herzstück dieser Debatte. Comic-Adaptionen von Faust oder Don Quijote (Flix) beleben Klassiker des Literaturkanons neu und legen zugleich erstaunlich akkurat ihre dramaturgische Grundstruktur frei. Doch nicht nur die Literatur hat die Comic-Szene seit geraumer Zeit für sich entdeckt. Auch an zeitgenössische, heikle Themen traut man sich heran. Comic-Blogger Zeroclare bereiste etwa das türkisch-syrisch-irakische Grenzgebiet Kobane und liefert mit seiner Graphic Novel "Kobane Calling" eine ergreifende Bestandsaufnahme. Oliver Kugler porträtiert in "Dem Krieg entronnen" syrische Geflüchtete in Flüchtlingslagern und in Großbritannien und Deutschland. "Der Riss" von Carlos Spottorno und Guillermo Abril geht grafisch einen Schritt weiter: Die Erzählung wird nicht zeichnerisch aufbereitet, sondern ist eine hautnahe Fotoreportage über die verheerende Situation an den EU-Außengrenzen.

Wer den Comic immer noch aus dem Begriff des Komischen heraus begreift, der wittert hier natürlich schnell Pietätlosigkeit - hat aber auch das Genre missverstanden. Denn das Aufgreifen von schweren, heiklen Themen ist weder etwas Neues noch beschränkt auf die als artifizieller vermarkteten Graphic Novels.

"Underground-Comics aus den 1960ern liefern bitterböse Betrachtungen der amerikanischen Gesellschaft", sagt dazu etwa Comic-Experte und "FAZ"-Journalist Andreas Platthaus. In den 70ern thematisieren viele Comics die Rassenunruhen in den USA. Ein Spiderman-Comic aus den 80ern etwa macht auf einfühlsame und doch klare Weise auf sexuellen Missbrauch bei Jugendlichen aufmerksam.




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