Ein Star kann zehn Mal mehr Fans erreichen als ein Klub

Dass diese drei auch in der jährlich vom Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte herausgegebenen "Football Money League", der Liste der umsatzstärksten Klubs der Welt, an der Spitze liegen, ist eine bemerkenswerte Korrelation, die freilich einer näheren Analyse bedürfte. Derzeit schlüsselt Deloitte die Einnahmen in Spieltag-, Broadcasting- sowie Sponsoren- und andere kommerzielle Erlöse auf. Die Social-Media-Reichweite - sowohl des Klubs, noch mehr aber einzelner Spieler - gibt dabei aber wesentliche Impulse. Das wissen auch die Vereine - und sie wissen es für ihre Zwecke zu nutzen, wie Studien-Co-Autor Dan Jones in der druckfrischen Ausgabe für das Jahr 2018 schreibt: Es scheine so, "dass der potenzielle kommerzielle Einfluss eines Sportlers ein immer prominenterer Faktor in der Spielerakquise wird - speziell in einem Umfeld, indem Individuen eine einflussreiche Rolle über Social-Media-Plattformen haben." So sei für dieses Jahr durchaus zu erwarten, dass sich die im Sommer von Juventus vorgenommene Verpflichtung Ronaldos um mehr als 100 Millionen Euro nicht nur sportlich, sondern auch in dieser Hinsicht rechnen könnte - "als Katalysator für eine verbesserte finanzielle Performance" der beim Umsatz zuletzt zurückgefallenen Turiner.

Ein Steak und andere potenzielle Fettnäpfchen

Doch trotz all der Kommerzialisierung, die den Sport und dessen Umgang mit Social Media längst durchdrungen hat, sind selbst die medial Geschultesten nicht vor dem einen oder anderen tatsächlichen Fauxpas oder ungeahnten bis schwer nachvollziehbaren Negativreaktionen gefeit. In letztere Kategorie fällt beispielsweise die Aufregung um ein Foto, das der bosnische Fußballstar Edin Džeko in der Nacht nach dem 1:0-Heimsieg über Österreich im Herbst auf Instagram stellte - und das ihn und seinen langjährigen Kumpel Marko Arnautovic beim gemeinsamen Abendessen zeigte. Mancherorten wurde darob gar gefordert, Arnautovic die österreichische Kapitänsbinde abzunehmen. Beim französischen Spieler Franck Ribéry wiederum kam das Fettnäpfchen erst kürzlich in Form eines vergoldeten Steaks daher, das für einen Sturm der Entrüstung sorgte. So dekadent und möglicherweise unpassend diese Episode auch gewesen sein mag - die Vermutung liegt nahe, dass bei Prominenten aus anderen Branchen schneller darüber hinweggesehen worden wäre. Schließlich solle der Sportler in der öffentlichen Wahrnehmung "menschliche Ideale von Leistungsfähigkeit etc. verkörpern - und dabei bescheiden bleiben, auch wenn er Millionen verdient", meint der Kulturwissenschafter und Sporthistoriker Matthias Marschik zur "Wiener Zeitung". "Das verträgt sich nicht mit einem vergoldeten Steak."