1762 liegt schon eine ganze Weile zurück. In diesem Jahr wurde in Rom der berühmte Trevi-Brunnen fertiggestellt. Ein Bub namens Wolfgang Amadeus Mozart tourte im zarten Alter von sechs Jahren mit seinem Vater durch Europa. Die Menschen in Österreich halten zum ersten Mal Papiergeld in ihrer Hand. Und noch etwas Historisches passierte in Österreich: In der Sternwarte Kremsmünster wurde zum ersten Mal in Österreich das Wetter aufgezeichnet. "28.December 1762, frigus maximus, Barometer 27° 2´ "notierten Benediktinermönche.

Das Jahr 2019 schaffte es ebenfalls in die Geschichte der Wetteraufzeichnungen. Laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) war der heurige Sommer der drittwärmste der Messgeschichte. Die Temperaturen lagen um1,5 bis 1,7 Grad Celsius über dem vieljährigen Mittel. "Unter den 15 wärmsten Jahren der Messgeschichte liegen 14 Jahre seit 1994", sagt der Klimatologe Alexander Orlik von der ZAMG.



Besonders in Wien stöhnten die Menschen heuerunter der Hitze. An 38 Tagen kletterte das Thermometer auf mindestens 30 Grad. Die Nacht brachte nur wenig Abkühlung. 15 Tropennächte bilanziert die ZAMG, die Temperatur sank also nicht unter 20 Grad. Unsere Grafik zeigt, wie sich die Zahl der Hitzetage und Tropennächte seit 1872 entwickelt haben. Die Temperaturen heuer kratzten nur knapp an denen des Rekordsommers 2003, der mit 40 Hitzetagen zu Buche schlägt. Der Hitzesommer 2019 bestätigt den Trend zu immer heißeren Sommern. Sieben der heißesten Sommer der österreichischen Messgeschichte waren laut ZAMG alle in den 2000er-Jahren.

Nicht nur Österreich litt unter den hohen Temperaturen, in ganz Europa purzelten Hitzerekorde. Der Weltorganisation für Meteorologie zufolge waren 14 der 15 wärmsten Jahre der Wetteraufzeichnungen im 21. Jahrhundert.