Journalisten informieren, sie decken Missstände auf, sie stellen unangenehme Fragen, sie sind kritisch gegenüber Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. In vielen westlichen Demokratien wird ihre Arbeit durch die Pressefreiheit geschützt – auch in Österreich. Doch in vielen Ländern geht die Macht nicht vom Volk aus. Diktatoren und Autokraten greifen hart durch, lassen einsperren, zensieren. Journalisten riskieren in manchen Ländern ihr Leben, um über die Geschehnisse dort berichten zu können.

So wundert es auch nicht, dass von den 49 getöteten Journalisten in diesem Jahr mehr als die Hälfte in Ländern ums Leben kam, in denen Krieg herrscht oder, die als konfliktreich gelten: Syrien, Mexiko, Afghanistan, Pakistan und Somalia. In der Karte von "Reporter ohne Grenzen" (ROG) sind diese Länder tiefrot bzw. schwarz eingefärbt. Die Lage der Pressefreiheit ist "schwierig" bzw. "sehr ernst". Diese Länder rangieren im Ranking sehr weit hinten, während die skandinavischen Länder Norwegen, Finnland und Schweden die Liste anführen.


Die Zahl der getöteten Journalisten ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Einen traurigen Höhepunkt markiert das Jahr 2012 mit 147 getöteten Journalisten. Krisenberichterstatter werden häufig auch Opfer von Entführungen oder sie werden eingesperrt. Die gefährlichsten Länder sind Syrien, der Irak, Jemen und die Ukraine. Die meisten Geiseln halten laut "ROG" der "Islamische Staat" oder andere Terror- und Milizorganisationen.

Leicht angestiegen ist in den vergangenen Jahren die Zahl der inhaftierten Journalisten. 2019 saßen fast die Hälfte aller Journalisten in Gefängnissen von nur drei Ländern: China, Ägypten und Saudi-Arabien – ebenfalls Länder, die im Pressefreiheits-Ranking Schlusslichter sind.