Laut Ärztekammer ordinieren 1.577 Kassenärzte - 779 Allgemeinmediziner und 798 Fachärzte - in der Bundeshauptstadt. Im Jahr 2000 waren es noch 1.668. Deshalb kommen immer mehr Menschen auf eine Kassenordination. In schnell wachsenden Bezirken bekommt man etwa bei Frauenärzten oder Neurologen durchschnittlich erst nach drei bis vier Wochen einen Kontrolltermin, bei Augenärzten müssen Patienten in manchen Fällen gar bis zu drei Monaten warten, heißt es seitens der Ärztekammer. Was unternimmt die WGKK gegen diesen Trend?

Es ist der WGKK wichtig darauf hinzuweisen, dass Vertragsärztinnen/-ärzte gegenüber allen Anspruchsberechtigten, die die Vertragsordination aufsuchen, grundsätzlich behandlungspflichtig sind. Jedenfalls in medizinisch dringenden Fällen haben die Vertragsärztinnen/-ärzte stets die erforderliche ärztliche Hilfe zu leisten. Auf die Gestaltung des Terminmanagements hat die WGKK keinen Einfluss - maßgeblich ist in diesem Zusammenhang allerdings, dass es bei der Terminvergabe keine unzulässigen Bevorzugungen geben darf.

Allein seit Ende 2010 ist die Zahl der Wahlärzte in Wien um 348 auf derzeit 2.827 geklettert. Viele davon sind hauptberuflich als Wahlärzte tätig. Da die Refundierung nicht kostendeckend ist, entsteht hier der Eindruck einer Klassenmedizin: Eher vermögende Kranke werden schnell und intensiv vom Wahlarzt betreut, nicht so Begüterte müssen längere Wartezeiten beim Kassenarzt in Kauf nehmen. Was ist die Meinung der GKK zu dieser Entwicklung?

Wie bereits erwähnt, gibt es in Wien eine gute, auf Basis des RSG bestehende, ärztliche Versorgung mittels Vertragsärztinnen/-ärzten, die für ärztliche Leistungen in Anspruch genommen werden können.

Somit wird gewährleistet, dass alle Anspruchsberechtigten die Möglichkeit haben, Kassenärztinnen/-ärzte aufzusuchen und unter denselben Voraussetzungen ärztlich betreut zu werden. Auf Grund der freien Arztwahl ist es allerdings allen Anspruchsberechtigten frei gestellt, welche Ärztin bzw. welchen Arzt sie zur Untersuchung und Behandlung aufsuchen. Die Wahl besteht sowohl zwischen Vertragsärztinnen/-ärzten als auch Wahlärztinnen/-ärzten.

Jedenfalls gibt es laut OECD in Österreich die höchste Ärztedichte unter allen OECD-Ländern. Laut den Daten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat Österreich unter allen OECD-Ländern eine der höchste, wenn nicht sogar die höchste Ärztedichte pro Einwohner. Wir liegen damit vor Deutschland, der Schweiz und vielen anderen europäischen Ländern. Hinzu kommt, dass in Österreich die Zahl der Ärztinnen und Ärzte in Relation der zur versorgenden Bevölkerung in der Vergangenheit stärker gestiegen ist als in Deutschland.

Ist das System der Kassenordinationen gefährdet? Angeblich steigt die Zahl der Mediziner, die Kassenverträge ablehnen, weil sich damit nicht kostendeckend arbeiten ließe.