Seitens der WGKK kann kein Rückgang von Interessenten an Kassenverträgen festgestellt werden. Sowohl auf ausgeschriebene Stellen für Allgemeinmedizin als auch bei den unterschiedlichen Facharztstellen gibt es immer ausreichend viele Bewerbungen.

Was können aus Sicht der WGKK die Ärzte beitragen, um das medizinische Angebot zu verbessern?

Die stetige Verbesserung des medizinischen Angebots erfolgt gemeinsam von WGKK und der Interessenvertretung der Ärzteschaft, im Konkreten der Ärztekammer für Wien. Im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Verhandlungen wird versucht, die bestehenden Leistungskataloge laufend im Sinne der medizinischen Neuerungen zu überarbeiten, um die Versorgung unserer Anspruchsberechtigten an den jeweiligen Stand der ärztlichen Wissenschaft anzupassen.

Wer einen Wahlarzt konsultiert, hat Anspruch auf Kostenersatz. Die Krankenkassen bezahlen 80 Prozent jenes Tarifs, den ein Kassenvertragsarzt bezahlt bekommen würde. Welche Mehrkosten würden der WGKK ungefähr entstehen, würden 100 Prozent vergütet?

Die gesetzlich vorgesehene Erstattung der Kosten im Ausmaß von 80 Prozent des so genannten Kassen- bzw. Vertragstarifs führte im Jahr 2013 allein für Leistungen durch Ärztinnen/Ärzte für Allgemeinmedizin und Fachärztinnen/Fachärzte zu Aufwendungen in der Höhe von mehr als 15 Millionen Euro. Eine Erhöhung der Kostenerstattung auf 100 Prozent dieser Tarife würde ungefähr berechnet mehr als drei Millionen Euro jährlich betragen. Da eine derartige Änderung jedoch auch Auswirkungen auf die der ärztlichen Hilfe gleichgestellte Leistungen (wie etwa Physiotherapie etc) hätte, wären die zusätzlichen Aufwendungen um ein Wesentliches höher.

Auch die Leistungskataloge für medizinische Leistungen stehen in der Kritik. Sie würden laut Ärzteschaft zum Teil nicht mehr den aktuellen betriebswirtschaftlichen Anforderungen genügen, in Einzelfällen gar den medizinischen Wissensstand ignorieren. Auch die Bedürfnisse der Patienten würden nicht immer erfüllt (Stichworte etwa Hepatits-Medikamente oder Physiotherapie). Ist diese Kritik berechtigt?

Die WGKK strebt stets danach, die Leistungskataloge so zu gestalten, dass sie sowohl an den medizinischen state of the art angepasst sind, aber auch der Ärzteschaft eine adäquate Honorierung ihrer Leistungen gewährleistet. Da die Festlegung der Leistungskataloge ausschließlich gemeinsam zwischen WGKK und Ärztekammer für Wien erfolgen kann, ist dies natürlich nur im Wege von Verhandlungen möglich. Wir dürfen jedoch darauf aufmerksam machen, dass alleine im letzten Jahr einige neue Leistungen in den Honorarkatalog aufgenommen wurden und zusätzlich bei einer Vielzahl von Leistungen Änderungen - insbesondere auch bezüglich bestehender Qualitätskriterien - erfolgten.