Die literarische Stimme von David Axmann war nie laut, sondern präzise, nie dem schnellen Alltagsgeschäft auf der Spur, sondern jener Bedächtigkeit verpflichtet, die es braucht, wenn das Denken nicht zur Betriebsamkeit verkommen soll. Trotz seiner ausgeprägten Liebe zum Sprachspiel hat Axmann nie seine Meinung für einen Witz gebeugt. Menschenwürde war für ihn unantastbar.

Der Österreichische PEN sah in ihm einen Mann mit Vorbildcharakter, der die Arbeit von manchen Kolleginnen und Kollegen schätzte und aus seiner Abneigung gegenüber manchen Schreibenden kein Hehl machte. Unverbindlichkeit war ihm fremd. Eine solche Klarheit ist selten. Ihm war die Bedeutung von Jörg Mauthe und Friedrich Torberg für Österreich und insbesondere für Wien bewusst. Beide streitbar, konfliktfähig und jederzeit bereit, den Fehdehandschuh aufzunehmen, hatten in seinem Leben überragende Bedeutung. Häufig, vielleicht zu häufig, hat Axmann sein Können in den Dienst der Literatur anderer gestellt. Das belegt nicht nur die penibel genaue Herausgabe der Torbergschen Werke, sondern auch die so exakt wie verständnisvoll gearbeitete Biographie über Torberg, dem der Nimbus eines Staatsdichters eigen war. Darüber hinaus lektorierte und redigierte Axmann unermüdlich die Beiträge anderer Autorinnen und Autoren und brachte dadurch bisweilen ein Leuchten in die Texte, das ihnen vorher nicht eigen gewesen war.

Helmut A. Niederle (Präsident des österreichischen PEN)

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Ich kannte Herrn Axmann nicht persönlich, habe ihn aber über die "Wiener Zeitung" als Sprachkünstler der alten Schule kennen und schätzen gelernt. Egal. was er geschrieben hat - es erfreute und sprach jene Ästhetik des Wortes an, die heutzutage nicht mehr von ganz so vielen bedient wird, auch wohl gar nicht mehr bedient werden will. Und das sage ich nicht, weil ich in der zufälligen Gunst stand, dass er das eine oder andere meiner bescheidenen Werke überaus freundlich besprochen hat.

Otto A. Böhmer (Schriftsteller)

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Wie traurig, diese Nachricht! Er hatte doch, was nicht viele haben: einen eigenen Kopf! Und eigenen Stil! Und die ausgeprägte Neigung, sich dieses Eigene in der Welt nicht austreiben zu lassen.

Karl Markus Gauß (Autor und Herausgeber der Zeitschrift "Literatur und Kritik")