Wien/Klagenfurt. Der Chef der Hypo Task Force, Klaus Liebscher, dürfte dieser Tage nicht allzu glücklich sein. Laufend warnt er vor einer Insolvenz der Hypo, die hohe Risiken und Kosten für die Republik bergen würde. Zuletzt flauten nach einem Wyman-Bericht Stimmen nicht ab, die meinen, eine Insolvenz käme den Steuerzahler am günstigsten. Die Task Force empfehle nur Modelle mit begrenzten Risiken, so Liebscher.

Am Dienstag erinnerte er "verschiedenen Persönlichkeiten, die alle keine unmittelbare Organverantwortung tragen", via Presseaussendung daran, dass die Task Force 20 verschiedene Modelle für die bestmögliche Verwertung der Hypo - inklusive des Insolvenzszenarios - geprüft habe. Die "absehbaren Konsequenzen" einer Insolvenz seien eingehend geprüft worden. Die Insolvenz würde demnach, "nicht zuletzt unter Berücksichtigung der unmittelbaren finanziellen Folgen für das Land Kärnten als Bürge, zu einer hohen finanziellen Belastung der Republik Österreich führen", so Liebscher

Modelle, mit begrenztem Risiko
"Darüber hinaus würde die Kreditwürdigkeit Österreichs, seiner Bundesländer wie auch seiner Finanzinstitute seitens dritter Investoren neu bewertet werden, was mit hoher Wahrscheinlichkeit negative Auswirkungen nach sich zöge", so der Chef des Hypo-Aufsichtsrates und der Hypo Task Force. "Die Risiken einer Insolvenz der Bank sind sehr hoch und daher wurde ein solches Modell als Handlungsoption in dem der Regierungsspitze übermittelten Abschlussbericht der Task Force nicht empfohlen. Der Bericht empfiehlt Modelle, deren Risiken für die Republik begrenzt sind", schrieb Liebscher in seiner Mitteilung.

Am Dienstag hat die "Wiener Zeitung" getitelt, die Regierung würde eine Hypo-Pleite nicht ausschließen. Davor hatten sich Wifo-Chef Karl Aiginger und Fimbag-Präsident Hannes Androsch dafür ausgesprochen, eine Hypo-Insolvenz als Option zu prüfen.