Wien. Die Gläubiger von Anleihen der österreichischen Bad Bank Heta sollen einem Berater zufolge noch 2015 ein Angebot für eine Schuldenschnitt-Quote erhalten. "Das ist das Ziel, es ist beabsichtigt, dass man das in diesem Jahr noch macht", sagte ein Berater der österreichischen Regierung am Dienstag. Die Gläubiger hätten dann voraussichtlich vier Wochen Zeit das Angebot anzunehmen.

Wie hoch die Schuldenschnitt-Quote ausfallen wird, ist allerdings noch immer offen. Am Markt werden Heta-Anleihen zwischen 50 und 65 Prozent ihres Nennwertes gehandelt. Wie viel die Gläubiger - darunter etwa die Commerzbank oder die Allianz -Tochter Pimco - angeboten bekommen werden, hängt auch maßgeblich davon ab, welcher Betrag beim Verkauf von Unternehmensteilen der ehemalige Krisenbank erlöst werden kann. Derzeit werde eine Bewertung der aktuellen Vermögensbestände vorgenommen. Zusätzlich zur Quote soll es einen Besserungsschein geben, falls bei dem Verkauf von Heta-Assets mehr erlöst wird als zuvor erwartet wurde.

66 Prozent müssen zustimmen

Abgewickelt werden soll das Angebot an die Gläubiger über eine Gesellschaft, die die Anleihen mit einem Abschlag vom Nominalwert zurückkauft. Wie viele Gläubiger sich auf den Deal einlassen werden, steht noch in den Sternen. Eine von Österreich kürzlich beschlossene gesetzliche Regelung sieht vor, dass das Angebot zwangsweise für alle Gläubiger gilt, sobald zwei Drittel (66 Prozent) zugestimmt haben. Damit wird auch die Haftung des Bundeslandes Kärnten für Heta-Anleihen in Höhe von elf Milliarden Euro ausgehebelt.

Bei einigen Gläubiger stößt dies auf massive Kritik. "Das ist normal, das muss man ganz ruhig sehen", sagte der Berater, der nicht namentlich genannt werden wollte. Eine Gruppe internationaler Finanzinstitutionen hat angekündigt, das von Österreich beschlossene Gesetz zur Abwicklung der Heta vor Gericht bekämpfen zu wollen. Zwei Drittel der Gläubiger für das Angebot zu gewinnen, sieht der Berater als "anspruchsvolle Hürde". "Da muss schon ein entsprechendes Angebot gemacht werden", sagte er. Unüblich sei eine solche Vorgehensweise aber nicht. "In Deutschland gibt es das Schuldverschreibungsgesetz, das ähnliche Bestimmungen hat."