In Lissabon wurde das Europa der Zukunft geplant. - © EU Audiovisual Services
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Der Vertrag von Lissabon regelt die Entscheidungsfindung innerhalb der Union und die Zusammenarbeit der polizeilichen und juristischen und militärischen Institutionen. Er stärkt die Rolle des Europäischen Parlaments und die außenpolitische Vertretung der Gemeinschaft. Er ermöglicht die intensivierte Zusammenarbeit einer Gruppe von Mitgliedstaaten, ohne dass sich  daran beteiligen müssen. Schließlich werden in dem Vertrag verschärfte Beitrittskriterien aufgelistet und die die Schritte für einen freiwilligen Austritt von Mitgliedstaaten festgelegt. Der Vertrag enthält auch die Charta der Grundrechte der Europäischen Union.

Der Vertrag wurde am 13. Dezember 2007 durch die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union unterzeichnet. Am 13. November 2009 ratifizierte Tschechien als letztes Land den Vertrag.

Ratifizierungsprozess

Der Vertrag von Lissabon hätte mit Jahresende 2008 in Kraft treten sollen. Das Nein der Iren bei der Volksabstimmung am 12. Juni 2008 verhinderte dies. Daher wurde auf der Tagung des Europäischen Rats im Dezember 2008 beschlossen, ein zweites Referendum am 2. Oktober 2009 abzuhalten, bei dem die Iren den Vertrag annahmen.

  • Ungarn: 17. Dezember 2007 durch parlamentarische Abstimmung
  • Malta: 29. Jänner 2008 durch parlamentarische Abstimmung
  • Slowenien: 29. Jänner 2008 durch parlamentarische Abstimmung
  • Rumänien: 4. Februar 2008 durch parlamentarische Abstimmung
  • Frankreich: 14. Februar 2008 durch parlamentarische Abstimmung
  • Bulgarien: 21. März 2008 durch parlamentarische Abstimmung
  • Polen: 1. April 2008 durch parlamentarische Abstimmung
  • Slowakei: 10. April 2008 durch parlamentarische Abstimmung
  • Portugal: 23. April 2008 durch parlamentarische Abstimmung
  • Österreich: 9. April 2008 durch parlamentarische Abstimmung
  • Lettland: 8. Mai 2008 durch parlamentarische Abstimmung
  • Litauen: 8. Mai 2008 durch parlamentarische Abstimmung
  • Luxemburg: 29. Mai 2008 durch parlamentarische Abstimmung
  • Estland: 11. Juni 2008 durch parlamentarische Abstimmung
  • Griechenland: 11. Juni 2008 durch parlamentarische Abstimmung
  • Finnland: 11. Juni 2008 durch parlamentarische Abstimmung
  • Irland: 12. Juni 2008 - Referendum, bei dem der Vertrag abgelehnt wird
  • Großbritannien: 11. März 2008 (House of Commons) und 18. Juni 2008 (House of Lords) durch parlamentarische Abstimmung
  • Zypern: 3. Juli 2008 durch parlamentarische Abstimmung
  • Belgien: 6. März 2008 bis 10. Juli 2008 durch parlamentarische Abstimmung (Senat, Abgeordnetenkammer, Regionenparlamente)
  • Polen: 1./2. April 2008 (Sejm und Senat) durch parlamentarische Abstimmung
  • Deutschland: 24. April 2008 (Bundestag) und 23. Mai 2008 (Bundesrat) durch parlamentarische Abstimmung
  • Spanien: 26. Juni 2008 (Abgeordnetenkongress) und 15. Juli 2008 (Senat) durch parlamentarische Abstimmung
  • Italien: 23. Juli 2008 (Senat) und 31. Juli 2008 (Abgeordnetenkammer) durch parlamentarische Abstimmung
  • Schweden: 20. November 2008 durch parlamentarische Abstimmung
  • Tschechien: 18. Februar 2009 durch parlamentarische Abstimmung, 3. November 2009 Unterzeichnung durch den Präsidenten Václav Klaus
  • Deutschland: 15. Februar 2008 durch parlamentarische Abstimmung
  • Irland: 2. Oktober 2009 - Zweites Referendum bei dem der Vertrag angenommen wird