Frankfurt/Wien. (bra/wak) Die Fünfzig-Euro-Note zählte im ersten Halbjahr 2016 zu den meistgefälschten Banknoten in Österreich. Das hat zwei Gründe: Einerseits ist der Fünzig-Euro-Schein die beliebteste Banknote - die bei "fast der Hälfte aller Transaktionen" verwendet wird, erklärt Stefan Augustin, Direktor der Hauptabteilung Zahlungsverkehr und Beteiligungen.

Andererseits wird der 50er gefälscht, weil die kleineren Denominationen bei den Euro-Banknoten bereits in fälschungssicherere Versionen gebracht worden sind. Zuletzt wurde etwa der Zwanzig-Euro-Schein im Zuge der Aufpolierung durch die "Europa-Serie" einer Rundumerneuerung unterzogen. Der neue Fünfziger wurde dem Zwanziger nachempfunden, mit dem bereits bekannten Dreiklang "Fühlen - Sehen - Kippen". So sei die Fälschungssicherheit gegeben.

Der Wert dieser Scheine ist jeweils als glänzende "Smaragd-Zahl" aufgedruckt, die ihre Farbe ändert, wenn man die Banknote etwas neigt. Das Wasserzeichen zeigt ein Porträt der griechischen Mythenfigur Europa, der Namensgeberin der neuen Banknotenserie: "Europa-Serie". Beim Zwanzig-Euro-Schein warteten die Währungshüter zudem mit einem Novum auf: In das Hologramm der Banknote ist ein Porträtfenster integriert. Das dient auch dem Fünfziger als Vorbild. Fünfer und Zehner wurden dagegen mit einer neuen Lackschicht überzogen, um die rasch wechselnden Scheine haltbarer zu machen.

Mehr Sicherheit bei Barzahlung

Der bisher jüngste Zugangbei den Euro-Noten, der Zwanziger, wurde mit November 2015 in Umlauf gebracht. Die neuen Zwanziger erscheinen zudem in einem tieferen Blau. Dasselbe System soll es für den Fünziger geben: Das bekannte Orange soll knalliger werden, damit die rasche Unterscheidung zum - inzwischen rötlicheren - gehaltenen Zehn-Euro-Schein besser gelingt, schildert Kurt Pribil, OeNB-Direktoriumsmitglied, bei der Präsentation der neuen Note im "Geldmuseum" in der Oesterreichische Nationalbank (OeNB).

Obwohl die Tendenz zur Kartenzahlung steigend ist, gehört das Bargeld, welches weiterhin in 60 Prozent der Transaktionen verwendet wird, zum wichtigsten Zahlungsmittel. "Regelmäßige Befragungen zeigen, dass sich die Menschen bei der Bezahlung mit Bargeld sicherer fühlen", so Augustin. Vor allem im Alltag, sei es im Restaurant oder beim Einkauf, wird das Bare oft vorgezogen. Pribil betont Erfolge bei dem neuen Zwanzig-Euro-Schein - die Fälschungen sind zurückgegangen: "Die Statistik zeigt, dass es in der ersten Jahreshälfte um 70 Prozent weniger Fälschungen gegeben hat als im selben Zeitraum 2015." (2015 waren es 3793 Fälschungen, 2016 nur noch 1126.)

Vorerst 5,4 Milliarden Scheine

Nach einer neunmonatigen Frist soll die neue Banknote Anfang April 2017 in den Umlauf kommen. Die neun Monate werden genutzt, um die Partner - Hersteller und Betreiber - von Bankomaten sowie Verkaufsautomaten einzubinden und ihnen Zeit für die Umstellung zu gewährleisten. "Es handelt sich vorwiegend um Konsumentenschutz", stellt Pribil klar. "Damit es zu keinen unliebsamen Überraschungen kommt."

Als Erstbedarf sollen 5,4 Milliarden Stück gedruckt werden. Der Tausch wird knappe drei Monate dauern. "Wir wollen rückläufige Fünfziger nicht wegschmeißen", stellen die Verantwortlichen klar. "Der alte Schein wird nicht an Wert verlieren und kann weiterhin problemlos im Zahlungsverkehr eingesetzt werden." Das Ende der gesamten Wechselserie ist für den Jahreswechsel 2018/2019 angesetzt.

Von enormen Kosten ist, laut Pribil, nicht auszugehen: "Die Scheine haben die gleiche Größe wie zuvor, lediglich die Sensoren müssen nachgerüstet werden. Allerdings brauchen wir keine neuen Prüfgeräte oder Automaten."

Die OeNB wird die neuen Banknote aufgrund des erforderlichen hohen Volumens selbst nicht drucken. Dafür sei man derzeit mit dem Druck von den 100-Euro-Scheinen beschäftigt. Die allerdings auch 2018/2019 in Pension gehen werden.