Athen.

Die Krise in Griechenland ist keineswegs vorbei. - © APAweb/dpa/Oliver Berg
Die Krise in Griechenland ist keineswegs vorbei. - © APAweb/dpa/Oliver Berg
(hes/ag) Die Wirtschaftsleistung dürfte in diesem Jahr das vierte Jahr in Folge schrumpfen, und zwar um mehr als fünf Prozent. Die Flaute frisst auch die Mehreinnahmen aus Krisensteuern auf, geht aus Daten des Finanzministeriums hervor. Damit dürfte Griechenland seine Sparziele 2011 nicht erreichen und müsste womöglich neue Einschnitte durchsetzen, um die Ziele 2012 zu erreichen.

Damit werden auch die Vorgaben von EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank abermals verfehlt. Die Umsetzung der Sanierungsziele sei bisher schwach erfolgt und leide unter dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld, schreibt der IWF in seinem fünften Bericht über die Reformfortschritte. Allerdings bekenne sich die neue Regierung zu den Sanierungszielen, so der IWF. Die Regierung hatte im September eine Reihe von Krisensteuern eingeführt, nachdem die Gläubiger gedroht hatten, dem Land den Geldhahn zuzudrehen. Das Finanzministerium zeigte sich jedoch überzeugt, dass die Krisenschritte im Dezember Früchte tragen werden.

Bis dato ist davon wenig zu sehen: Das Defizit der Zentralregierung erhöhte sich von Jänner bis November im Vergleich zum Vorjahr um gut fünf Prozent auf 20,52 Milliarden Euro. Die Steuereinnahmen sanken um drei Prozent, während die Ausgaben um drei Prozent zulegten - der Grund sind die wegen des Abschwunges stärker belasteten Sozialsysteme.

Trotz der schlechteren Haushaltslage konnte sich Athen am Dienstag am Finanzmarkt gut 1,6 Milliarden Euro leihen. Bei der Versteigerung sechsmonatiger Schuldtitel zahlte das Land mit 4,95 Prozent trotz starker Nachfrage etwas höhere Zinsen als vor einem Monat. Kurzzeitige Papiere sind Griechenlands einzige Finanzierungsquelle neben den internationalen Finanzhilfen.