Wien. Hans Landauer, der letzte österreichische Kämpfer im Spanischen Bürgerkrieg, ist tot. Der 93-Jährige starb in der Nacht auf Sonntag in seiner Heimatgemeinde Oberwaltersdorf in Niederösterreich, wie das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW, Link siehe Kasten rechts) auf seiner Homepage mitteilte.

1937 zog Landauer im Alter von 16 Jahren aus, um sich mit den Interbrigaden den faschistischen Truppen rund um General Francisco Franco entgegenzustellen. Wenn Hans Landauer seiner Geschichte den nötigen Nachdruck verleihen wollte, sagt er einen Satz: "Ich hab' mich ja damals noch nicht einmal rasiert", so 1999 in einem Interview mit der APA. Damals, im Frühling 1937.

12. Februar 1934


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Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW)
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1937 funktionierte der von der Komintern organisierte Spanienkämpferapparat wie geschmiert. "Am 19. Juni bin ich weg", erinnert er sich, "ein Monat später war ich an der Front." Dazwischen lagen vierzehn Tage Ausbildung im Basislager der Internationalen Brigaden in Albacete. Knapp zuvor war das Österreicher-Bataillon der XI. Brigade gegründet worden. Ein Name als Programm: 12. Februar 1934. "Von den 1.350 Österreichern, die nach Spanien gingen waren fast alle 1934 bei der Verteidigung der Demokratie in Österreich dabei." Schutzbündler, Revolutionäre Sozialisten, Kommunisten - sie alle hätten ein Ziel gehabt: "Die Fortsetzung des Kampfes gegen den Faschismus. Wir sahen den Ständestaat nicht als unsere Heimat. Die lag damals vor Madrid."

Karriere der Linientreuen

Dass die Realität mit den Legenden, die sich um die Interbrigaden ranken, nicht immer konform ging, wusste Landauer genau. "Natürlich waren die Kommunisten dahinter. Karriere haben nur Linientreue gemacht", erinnerte er sich an die Zeit in der MG-Kompanie des 12.-Februar-Bataillons, wo er bis Mai 1938 blieb. "Dass aber jeder, der kein Stalinist war, exekutiert wurde, stimmt auch nicht. Bei den Österreichern jedenfalls." Die 265 Landsleute, die "in Spaniens Erde blieben", seien alle im Kampf gegen Franco gefallen.

Er selbst wurde am 4. September 1937 bei Belchite verwundet. Der Kampfgeist blieb intakt. Landauer trat der "Juventud Socialista Unificada", einer KP-Organisation, bei. 1948, beim Bruch Tito-Stalin trat er wieder aus. Zuvor beteiligte er sich noch am zweiten Einsatz der Freiwilligen im Dezember 1938. Nach dem Rückzug im September waren die Österreicher in Bisaura de Ter nahe Frankreich interniert gewesen: "Als Franco Katalonien angriff, sind wir in einer 'ratonera' gesessen, einer Mausefalle". Bis Ende Jänner wurde gekämpft. Eine Frage der Moral und Ideologie, denn militärisch war der Krieg verloren. Im Februar 1939 überstellte man die übriggebliebenen Brigadisten in französische Lager: "Das war die Vorhölle für Deutschland." Dreimal brach Landauer aus, dreimal wurde er gestellt.