Venedig. Das Drama "Ang Babaeng Humayo" (The Woman Who Left) des philippinischen Regisseurs Lav Diaz hat den Goldenen Löwen der 73. Internationalen Filmfestspiele Venedig gewonnen. Das in Schwarz-Weiß gedrehte Werk erzählt von einer Frau, die 30 Jahre lang zu Unrecht inhaftiert war und dann versucht, wieder in ihr Leben zurückzufinden. Der Film dauert fast vier Stunden.Den Großen Preis de r Jury, die zweitwichtigste Auszeichnung des Festivals, vergab die Jury an den Thriller "Nocturnal Animals" des US-Modedesigners Tom Ford.

Als bester Schauspieler wurde Oscar Martinez ausgezeichnet, der in dem argentinischen Beitrag "El ciudadano ilustre" einen Literaturnobelpreisträger gibt, der nach Jahrzehnten in seine Heimatstadt zurückkehrt, wo er nicht nur mit offenen Armen empfangen wird. Zur bester Schauspielerin kürte die Jury Emma Stone für ihre Rolle in dem knallbunten Musical "La La Land" von Damien Chazelle. Als beste Nachwuchsdarstellerin wurde die Deutsche Paula Beer ausgezeichnet. Die 21-Jährige erhielt den Preis für ihre Rolle in dem Drama "Frantz" des Franzosen Francois Ozon.

Lorbeeren auch für Noah Oppenheim 

Der Spezialpreis der Jury ging an die Regisseurin Ana Lily Amirpour für das Kannibalendrama "The Bad Batch". Für das beste Drehbuch wurde Noah Oppenheim für "Jackie" (Regie: Pablo Larraín) über die ehemalige First Lady der USA, Jackie Kennedy, ausgezeichnet.

Den Preis für die beste Regie teilten sich der Mexikaner Amat Escalante für "La Región Salvaje (The Untamed)" und der Russe Andrej Kontschalowski für "Paradise". Beides sind deutsche Koproduktionen. Präsident der neunköpfigen Jury war in diesem Jahr der britische Regisseur Sam Mendes ("American Beauty", "Spectre").