Stephanie Clifford

Stephanie Clifford  - © APAweb / AFP, Robyn Beck
Stephanie Clifford  - © APAweb / AFP, Robyn Beck

Zwischen Tweets über Michael Cohen und dem nächsten Auftritt im Gentleman‘s Club dann das: "Wieso glaubst du eigentlich, dass du berühmt bist?", fragt der User Jeff, der sich als 100-prozentigen Trump-Fan charakterisiert, Stormy Daniels. "Weil ich es nun mal bin, du Vollidiot. Weil du viel Zeit und Energie darauf verwendest, mich anzutwittern und über mich zu twittern (Hinweis: Das hilft mir, berühmt zu sein)", pfeffert Daniels zurück. Schachmatt. Wenn man sie als Hure oder Pferd beschimpft, wird ebenfalls auf Twitter vorgeführt. Wer sich mit Daniels, mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford, anlegt, muss sich warm anziehen. Auch der US-Präsident. Als die Pornodarstellerin einer breiten Mehrheit bekannt wurde, weil sie angeblich eine Affäre mit Donald Trump hatte und die Schweigevereinbarung für nichtig erklären lassen wollte, wurde sie belächelt. Blond, großbusig, und in zu enger Kleidung. Doch dann erwies sie sich in zahlreichen Auftritten als wortgewandt und selbstironisch. "Rolling Stones" erklärte 2018, sie sei "vielleicht die Heldin, die Amerika braucht". (wak)

Alyssa Milano

Alyssa Milano - © APAweb / AFP, Jon Kopaloff
Alyssa Milano - © APAweb / AFP, Jon Kopaloff

Mächtigkeit ist eine Kategorie, die sich in den vergangenen Jahren radikal verändert hat – nicht zuletzt durch die Sozialen Medien. Wie sehr diese digitalen Kanäle die ganz analoge Welt beeinflussen, zeigt sich an der MeToo-Debatte. Mit losgetreten hat sie die US-amerikanische Schauspielerin Alyssa Milano. Die 1972 geborene Produzentin wurde in den 1990er Jahren durch Serien-Klassiker wie "Melrose Place" und "Charmed – zauberhafte Hexen" berühmt. Am 5. Oktober 2017 tweetete sie anlässlich eines "New York Times"-Artikels über Missbrauchsvorwürfe gegen Harvey Weinstein: "Wenn alle Frauen, die sexuell belästigt oder genötigt wurden, ‚Me too‘ als Status schreiben, könnten wir den Menschen das Ausmaß des Problems bewusst machen." Innerhalb von zwei Tagen wurde der Hashtag MeToo mehr als eine Million Mal genutzt. Viele Täter wurden daraufhin an den kollektiven Pranger gestellt, mit teils drastischen Folgen jenseits juridischer Systeme. Jede Einzelne kann die Welt verändern, zeigt Milanos Geschichte. Die Macht ist nur einen Klick entfernt - der Kontrollverlust über die dabei losgetretene Lawine ebenso. (jubel)